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Dinslaken
"Riegel vor" - Polizei gibt Tipps zum richtigen Einbruchschutz

Dinslaken. Zahl der Einbrüche um zwölf Prozent gestiegen: Ungesicherte Fenster knacken Eindringlinge in wenigen Sekunden.

"Sie können mir nicht helfen", ließ der ältere Herr die Beamten der Kreispolizei wissen - und hätte damit fast Recht behalten, so ein gutes Türschloss hat er in seiner Wohnung im Mehrfamilienhaus. Aber ob die Tür auch mit zusätzlichen Bolzen versehen ist - das wollte er doch noch einmal nachprüfen, weil sich seine Frau schnell ängstige. Und das nicht ganz zu Unrecht: In den ersten neun Monaten des Jahres 2015 sind die Einbruchszahlen im Kreis Wesel gestiegen: 1213 Einbrüche, 150 mehr als im Vorjahr, so Landrat Dr. Ansgar Müller. Wie man sich gegen Einbrecher schützen kann, darüber informierte die Kreispolizei gestern in der Neutor-Galerie. Und zeigte dabei auch, wie schnell ein Fenster aufgebrochen werden kann.

Von den materiellen und psychologischen Folgen eines Einbruchs erzählte Helga Wawrzynek. Bei ihr wurde im Februar eingebrochen. Dass Glastüren kaputt, Dinge gestohlen waren, war dabei nicht das Schlimmste. Seit dem Einbruch stellt ihr Mann abends einen Stock unter jede Türklinke - obwohl die Türen gesichert sind. Helga Wawrzynek schreckt immer wieder nachts auf: Ist da wieder jemand?

Nur Sekunden braucht ein Einbrecher, um ein Fenster aufzuhebeln - dreimal nur setzt Kriminalhauptkommissar Michael Kootz-Landers mit einem Schraubenzieher am Vorführfenster an, schon springt es auf. Alternativ, sagt er, schlagen Täter gerne ein kleines Loch ins Fenster - um dann hindurchzugreifen und den Hebel zu öffnen. Das funktioniert nicht, wenn das Fenster gesichert ist. 40 Prozent der 1213 Einbrüche seien im Versuchsstadium geendet: Der Einbrecher benötigt zwar nur Sekunden - viel mehr Zeit nimmt er sich aber auch nicht.

Wer neu baut, sollte, so empfiehlt die Polizei daher, einbruchhemmende Fenster und Türen nach DIN EN 1627 mit zumindest der Widerstandsklasse RC 2 einbauen. Auch lasse sich Sicherheit nachrüsten: mit Zusatz- und Querriegelschlössern für Türen etwa, einbruchhemmenden Fensterbeschlägen (nach DIN 18104) oder Zusatzschlössern. Abschließbare Fenstergriffe allein genügen nicht weil sie keinen Schutz gegen das Aufhebeln bieten.

Auch Kellerfenster und Nebeneingangstüren sollte man nicht außer Acht lassen, Licht und Rollos mit Zeitsteuerung können abschrecken. Zudem sollte man Einbrechern keine Gelegenheiten bieten: Keine Leitern oder die Axt vom Kaminholz-Schlagen herumliegen lassen.

Wichtig ist - neben aller technischen Sicherheit - aufmerksam zu sein und eventuelle Beobachtungen in der Nachbarschaft der Polizei mitzuteilen, mahnte der Landrat. Wer etwas Verdächtiges bemerkt, sollte unbedingt sofort den Notruf 110 anrufen.

(aha)
 
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