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Dinslaken
Risse in den Wänden und Löcher in der Decke

Dinslaken: Risse in den Wänden und Löcher in der Decke
Das Bad hatte Jörg Meier frisch gefliest. Nun hängt ein Träger im Raum. FOTO: Markus Joosten
Dinslaken. Die Nachbarhäuser der Großbaustelle "Schatzkammer" in der Dinslakener Altstadt weisen Schäden auf. Von Anja Hasenjürgen

Das ist natürlich nur ein Scherz, wenn Jörg Meier sagt, dass er "nur mit Bauhelm" schläft. Aber so ganz verdenken könnte man es dem 57-Jährigen nicht. Sein Haus steht direkt an der Baustelle zur "Schatzkammer" in der Altstadt. Zahlreiche Risse sind in den Wänden, einige mehrere Zentimeter breit - eine Folge der Großbaustelle nebenan, sagt Meier. Im Sommer verhängte die Stadt einen Baustopp. Bauunternehmer Tecklenburg musste die Abbruchstatik neu berechnen und überprüfen lassen und eine Trennung der Bauteile zum Nachbargebäude herstellen. Dem kam er nach - und durfte weiterbauen. Die Risse blieben.

Ein Statiker hat Messpunkte an den klaffenden Rissen in Meiers zuvor frisch renoviertem Badezimmer angebracht. "Da kann man den Finger reinstecken", sagt Meier und weist auf den Spalt, der sich über die ganze Wand zieht. Das Zimmer scheint sich zur Baugrube zu neigen. Auch in den Wänden des Schlafzimmers nebenan sind Risse.

Das Bauunternehmen hat im Sommer die Hauswand von außen mit Beton unterfüttert und das Obergeschoss mit Stahlträgern gestützt. Quer durch Räume und Decken ziehen sich die Streben, die Löcher, die dafür in die Decken gebrochen wurden, wurden offen gelassen. Auch die zum nicht isolierten Dach des über 100 Jahre alten Baus. "Ich brauche hier gar nicht mehr heizen", seufzt Meier. Im ebenfalls renovierten Bad in der ersten Etage wurde die Wand aufgebrochen. "Da sollte eigentlich nur noch neuer Boden rein", so Meier. Die Miete behält er seitdem ein.

Eigentümer des Hauses ist Kristian Knauff. Er ist damit gleich doppelt betroffen. Denn dem 44-Jährigen gehört auch das denkmalgeschützte Fachwerkhaus nebenan, in dem sich der "Club" (Ulcus) befindet. Auch hier haben die Wände zur Baustelle hin Risse, im Boden des Biergartens klafft ein großer Spalt, die Mauer wackelt. Bauherr ist hier allerdings nicht Tecklenburg sondern eine Erbengemeinschaft. Deren Bauunternehmen verweist auf die Firma, die die Erdarbeiten verrichtet hat. Das Fachwerkhaus soll um 1700 gebaut worden sein, steht unter Denkmalschutz. Als während eines Umbaus vor Jahren eine Ziegelwand im Innenbereich eingestürzt ist, musste diese auf Anweisung der Denkmalbehörde mit den Original-Ziegeln wieder hergestellt werden. Die Risse in den Wänden hingegen seien keine Sache des Denkmalschutzes, sondern eine "privatrechtliche Angelegenheit", so Stadtsprecher Horst Dickhäuser. Bei beiden Häusern müsste der Besitzer nachwiesen, dass die Baustelle ursächlich für die Risse sei.

Auf Nachfrage versichert Rolf Esser von der Firma Tecklenburg, dass die Risse nach der Fertigstellung des Rohbaus geschlossen und die Stahlträger entfernt würden. Und dass das Häuschen dann nicht einstürzt.

Quelle: RP
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