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Dinslaken
Ruhrtriennale bringt Kunst ins Schaufenster

Dinslaken. Auf "Kunst stadt(t) Leerraum" folgt das "Ausstellungsstück Dinslaken" in unvermieteten Ladenlokalen Von Bettina Schack

Schaufenster-Galerien haben in Dinslaken eine gute Tradition. 2010 präsentierte Udo Buschmann in Hiesfeld Kunst in Kästen, Remo Schyrokis Bilder findet man an der Kirchstraße und auch in der Alten Apotheke sind oftmals Bilder der Wechselausstellungen schon in den Schaufenstern zu sehen, um nur einige Beispiele zu nennen. Seit einigen Jahren sind aber Kunstwerke nicht nur Hingucker in den Auslagen aktiver und engagierter Einzelhändler, Kunst wird zum Konzept, leerstehende Ladenlokale temporär zu beleben, einer Verödung entgegenzuwirken und gegebenenfalls Leerstände für neue Mieter ins rechte Licht zu rücken.

Den Künstlern kann diese Form des Stadtmarketings nur recht sein. Sie stellen dort aus, wo viele Menschen vorbeikommen, die eher nicht den Weg in eine Galerie, ein Atelier oder ins Museum finden. Passanten werden neugierig und verlieren in ihrem gewohnten Shopping-Umfeld auch die Scheu vor dem "Produkt" Kunst. Als das alte Hertiegebäude geräumt war, wurden die Schaufenster zu Ausstellungsflächen. Dinslakens bekannteste Aktion in diesem Zusammenhang ist Kunst stadt(t) Leerraum, das Street und Urban Art-Ereignis, das nach nur zwei Jahren bereits fest etabliert ist und über die Stadtgrenzen hinaus strahlt.

Und nun auch die Ruhrtriennale. "Ausstellungsstück" heißt das Konzept, das Leerstände in Bochum, Duisburg und Dinslaken zu Galerien macht. "Jedes Werk ein Ausstellungsstück", so beschreiben es die Organisatoren der Ruhrtriennale. "Unverkäuflich, unbezahlbar, aber 24 Stunden am Tag zu besichtigen". Die Aktion läuft während der gesamten Dauer des Festivals vom 14. August bis zum 26. September.

Das Besondere des Ausstellungsstücks: Die Werke und Rauminstallationen, die die jungen Künstler im Rahmen der Campustriennale zeigen, sind eigens für die leeren Schaufenster entstanden. So wird das "Einmalige" der Ruhrtriennale, das Besucher der Konzert- und Theaterveranstaltungen erleben, auch in den Festivalstädten selbst erfahrbar. Die Ruhrtriennale setzt sichtbare Zeichen, bringt die Kunst zu den Menschen. Welche Künstler im Einzelnen in Dinslaken, Duisburg oder Bochum ausstellen, steht noch nicht fest. Entschieden hat Kurator Vasco Boenisch, Journalist und seit diesem Jahr Dramaturg der Ruhrtriennale, allerdings schon, dass Arbeiten von Anthony Nestel in Dinslaken zu sehen sein werden. Anthony Nestel, 1987 in Antwerpen geboren, studierte Bildende Kunst in Tel Aviv an der Minshar School of Art und anschließend bis 2013 in Amsterdam an der Gerrit Rietveld Akademie. In den vergangenen Jahren kreierte er einen Werkzyklus, der um eine Art Alter Ego namens Chaim kreiste. Im Kern geht es um eine Auseinandersetzung mit Religion und anderen Machtstrukturen.

Tickets für die Ruhrtriennale gibt es bei westticket.de.

Quelle: RP
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