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Dinslaken
Saerbeck setzt auf Know how aus Dinslaken

Dinslaken: Saerbeck setzt auf Know how aus Dinslaken
Dinslaken. Fernwärme, Kraft-Wärme-Kopplung, Erdsondenspeicher: Die Gemeinde im Kreis Steinfurt geht im Bereich Klimaschutz innovative Wege. Als Partner hat sich die Kommune für die Fernwärmeversorgung Niederrhein entschieden.

Die Gemeinde Saerbeck und die Fernwärmeversorgung Niederrhein (FN) planen ein gemeinsames Fernwärmenetz in der 7150-Einwohner-Gemeinde im Kreis Steinfurt. Ein entsprechender Kooperationsvertrag wurde zwischen beiden Partnern geschlossen. Seit März arbeitet eine Projektgruppe aus Vertretern der Gemeinde und der Fernwärme an der Umsetzung des Projektes.

Saerbeck gehörte wie Bad Laasphe im vergangenen Jahr zu den sechs Siegerinnen des nordrhein-westfälischen Wettbewerbs für Modellkommunen der Kraft-Wärme-Kopplung. Und auch hier konnte sich die Tochtergesellschaft der Dinslakener Stadtwerke wie in Bad Laasphe gegen eine Vielzahl namhafter Bewerber durchsetzen, die Projekte für den Aufbau eines Fernwärmenetzes und der Erzeugung von Wärme und Strom durch Kraft-Wärme-Kopplung gemeinsam mit den Kommunen voranzutreiben.

Saerbeck, nordrhein-westfälische Klimakommune und Trägerin unter anderem des European Energy Award, das aktuell auf Platz 1 in der Landeswertung der Solar-Bundesliga steht, ist ein Musterbeispiel für die Umsetzung klimafreundlicher Energiekonzepte. Sieben Windräder umgeben den Biopark, ein ehemaliges Militärgelände, dessen Bunker und Baracken mit Solarpanelen bedeckt sind und auf dem in einer Vergärungsanlage Methan aus Biomasse aus dem Umland gewonnen wird. Der Biopark produziert derzeit rein rechnerisch 211 Prozent des Saerbecker Strombedarfs. Doch das geht der Gemeinde noch nicht weit genug. Weitere acht Windräder sind geplant. Und da aus Wind und Sonne nicht gleichmäßig Strom gewonnen wird, plant Saerbeck mittels Kraft-Wärme-Kopplung gleich zwei Schnäppchen zu schlagen: 62 Prozent der Gemeindefläche sollen für das Fernwärmenetz erschlossen werden.

Die Pläne für die Fernwärmeversorgung Saerbecks sehen voraussichtlich zwei Blockheizkraftwerke (BHKW) mit einer Gesamtleistung von etwa 1500 Kilowatt thermisch und 1500 Kilowatt elektrisch vor. Und diese geplanten BHKW produzieren nicht nur Wärme, sondern liefern auch Strom - gleichmäßig und verlässlich über das ganze Jahr. Der Gesamtanschlusswert liegt bei 13 Megawatt, die Netzlänge bei rund 18 Kilometern.

Die Fernwärme Niederrhein rechnet mit bis zu 660 Kunden im Endausbau bis zum Jahr 2020. Ein bereits bestehendes Nahwärmenetz, das öffentliche Gebäude über eine Holzpelletanlage versorgt, soll in das Vorhaben mit eingebunden werden.

Schließlich soll die Gemeinde Saerbeck bereits 2018 im kommunalen Bereich eine ausgeglichene Energiebilanz aufweisen und bis zum Jahr 2030 vollständig aus regenerativen Energien sowie nachwachsenden Rohstoffen versorgt werden.

Quelle: RP
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