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Voerde-Friedrichsfeld
Sanierung am Tannenbusch statt Neubau eines Sportparks

Voerde-Friedrichsfeld. Voerde könnte Zuschüsse in Höhe von bis zu 3,6 Millionen Euro bekommen. Standort Babcock-Gelände immer unwahrscheinlicher.

Die Sanierung der Sportanlagen Am Tannenbusch, die von der Sportvereinigung 08/29 Friedrichfeld genutzt werden, ist jetzt zu einer realitischen Variante zum geplanten Neubau eines Sportparks im Wäldchen des ehemaligen Babcock-Geländes geworden. Denn nun gibt es ein Bundesprogramm für notleidende Kommunen, zu denen auch Voerde gehört, das ihnen die Sanierung bestehendender Sportstätten ermöglicht. Dafür können Zuschüsse von bis zu 90 Prozent gewährt werden. Die maximal förderfähige Summe beträgt vier Millionen Euro. Damit könnten die Fördermittel für Voerde 3,6 Millionen Euro ausmachen, wie Bürgermeister Dirk Haarmann gestern der RP erklärte. Die Verwaltung hat bereits pro forma einen entsprechenden Antrag gestellt, da die Bewerbungsfrist bis zum 13. November lief, wie der Verwaltungschef mitteilte. Doch sei Voerde nur einer von vielen kommunalen Antragstellern. Haarmann sagte auch, dass der Standort Babcock-Gelände, für den es einen gültigen Ratsbeschluss gebe, damit noch nicht gestorben sei. Im Zuge der Beratung über den Sportentwicklungsplan und den künftigen Bedarf an Sportanlagen werde auch über den Standort in Friedrichsfeld zu sprechen sein.

Durch den Erleichterungserlass, der alten Sportanlagen einen höheren Bestandschutz als früher gewährt, erscheint nun die Sanierung der Platzanlage Tannenbusch in einem neuen Licht. Selbst Abriss und Neubau des Umkleidegebäudes sei nun im Sinne der Kommune erleichtert worden, berichtete Dirk Haarmann weiter. Damit ist nach seinen Worten nun die Nullvariante, Sanierung und Neubau am Altstandort, jetzt theoretisch eine Option geworden. Vorher war das nicht der Fall, da durch gravierende bauliche Veränderungen auf dem Sportplatz unter Lärmschutzaspekten der Bestandsschutz verloren gegangen wäre. Greife die sich nun bietende Option nicht, werde man über Standorte sprechen. Die neue Möglichkeit sei mit der Sportvereinigung 08/29 bereits besprochen und von ihr begrüßt worden. "Denn das ist die Lösung, die dem Verein am schnellsten hilft und ihm Zukunftssicherheit gibt", erklärte Haarmann. Ein Bild können sich die Politiker bereits vom möglichen neuen Aussehen der Anlage der SV 08/29 machen. Das Vorplanungskonzept nennt die von der Verwaltung aufgeführten Punkte im Detail: 1. Kampfbahn Typ C: Um den Naturrasenplatz mit einem 68 mal 103 Meter großen Spielfeld und Flutlicht soll eine 400-Meter-Kunststoff-Laufbahn entstehen, westlich am vorhandenen Rasenwall eine Stehplatztribüne für etwa 200 Zuschauer. 2. Schul-, Senioren- und Behindertensport: Parcours mit Geräten zur Förderung der Motorik und Fitness. 3. Großspielfeld: Kunstrasen mit Flutlicht, Spielfeldgröße 68 mal 105 Meter. 4. Vereinsheim und Gerätehalle: eingeschossig, barrierefrei, etwa 640 Quadratmeter, zwei Mehrzweckräume zur Nutzung durch Stadtteilbewohner sowie für Seniorensport, Gesundheitsprophylaxe und anderes, Option zur Vereinsgastronomie mit öffentlicher Zugänglichkeit. 5. Lärmschutzwand: Höhe 5 Meter, Vermeidung visueller Beeinträchtigung des umliegenden Stadtraumes. 6. Zugänge: Entree-Plätze mit bestmöglicher Quartierseinbindung und Orientierung, Beete, Sitzmöblierung. 7. Spiel- und Aufenthaltsflächen: Schaffung neuer und Integration bestehender Freiflächen mit Nutzungsangeboten für alle Altersgruppen. 8. Regenwasserversickerung mit ökologischer Flächenaufwertung. 9. Gehölzbestand und Neupflanzung: Aufwertung bestehender Gehölzstrukturen, Bepflanzungskonzept mit Integration der Lärmschutzmaßnahmen, visuelle Stärkung der Zugangsbereiche.

(hsd/dom)
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