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Hintergrund
Schlechte Noten für den Bahnverkehr

Dinslaken. Qualitätsbericht des VRR: Strecken von Emmerich Richtung Oberhausen schneiden besonders schlecht ab. RB 35 und RE 5 auf den letzten Plätzen. Von Sebastian Latzel

Wesel Wer immer wieder über die Zuverlässigkeit des Bahnverkehrs zwischen Emmerich und Oberhausen stöhnt, wird sich beim aktuellen Qualitätsbericht des Verkehrsverbundes Rhein Ruhr (VRR) bestätigt fühlen. In der Rangliste aller 48 Bahnlinien im VRR-Bereich landen die beiden Züge RB 35 und RE 5 abgeschlagen auf den Plätzen 47 und 48, also ganz am Ende. Für Pendler aus dem Kreis Kleve wenig tröstlich: Auf der linken Rheinseite sieht es nicht viel besser aus. Der zwischen Kleve und Düsseldorf verkehrende Niersexpress landet auf Platz 46. Dazu fällt negativ auf, dass es eigentlich im VRR-Bereich einen ganz anderen Trend gibt, wie es im Qualitätsbericht heißt. "Insgesamt sind die Fahrgäste im Jahr 2015 zufriedener mit der Leistung der Eisenbahnunternehmen als im Vorjahr. Nur sechs von 49 Linien schneiden nach Einschätzung der Fahrgäste im Jahr 2015 schlechter ab als ein Jahr zuvor." Eben dazu gehören die beiden Zugstrecken am unteren Niederrhein.

Hier bemängeln die Befragten besonders die Pünktlichkeit, die Sauberkeit im Zug und die Fahrgastinformation im Störungsfall im Zug. Pünktlichkeit ist das zentrale Stichwort: Fast zwei Minuten kam jeder RB 35 im vergangenen Jahr zu spät. 2014 lag der Wert noch etwas darunter. Noch dramatischer sieht die Situation beim Regionalexpress (RE 5) aus. Hier warteten die Fahrgäste im Durchschnitt mehr als 3,5 Minuten zusätzlich auf jeden Zug. Das ist fast eine halbe Minute mehr als im Jahr 2014.

Damit liegen die Züge bei der Pünktlichkeit im Vergleich zu den anderen Strecken ebenfalls ganz weit hinten. Der RE 5 liegt sogar auf dem letzten Platz. Die Durchschnittsverspätung der Züge im VRR-Bereich liegt bei etwas mehr als einer Minute. Bei der Pünktlichkeitsquote ist vor allem der RB 35 das Sorgenkind. Mehr als 20 Prozent der Züge kamen mehr als sechs Minuten zu spät.

Angestiegen ist beim RB 35 auch die Zahl der Züge, die ausgefallen sind. 2014 waren noch weniger als zwei Prozent der Züge ausgefallen, 2015 waren es dann schon mehr als drei Prozent. Beim RE 5 hat sich die Zahl der ausgefallenen Züge im Vergleich zum Vorjahr zwar verringert. Aber das kann nur ein schwacher Trost sein. Denn beim Regionalexpress fallen immer noch fast fünf Prozent aller Fahrten aus. Bedenklich ist hier zudem die Entwicklung, dass immer mehr Züge aus unvorhersehbaren Gründen ausfallen. Dann können sich die Fahrgäste auch nicht darauf einstellen und warten vergeblich auf den Zug.

Schlechte Noten gibt es auch für die Toiletten im RE 5. Der Qualitätsbericht weist darauf hin, dass in dieser Kategorie die Linien des Privatanbieters Abellio auf den ersten zehn Plätzen landen. Daher besteht Hoffnung für die Fahrgäste. Denn Abellio wird auf der Strecke einsteigen.

Der VRR hat im Dezember entschieden, dass die RB 35 ab Fahrplanwechsel im Dezember 2016 als Regionalexpress (RE19) fahren wird. Damit werde man der größeren Bedeutung dieser neuen grenzüberschreitenden Verbindung gerecht, so Sabine Tkatzik, Sprecherin des VRR.

Die Linie, die ab Sommer 2017 dann bis nach Arnheim fährt, habe insbesondere auf dem Abschnitt zwischen Düsseldorf und Duisburg sowie Emmerich und Arnheim den Charakter eines Regionalexpresses. Vorteil für die Fahrgäste sei neben der Verbindung über die Grenze, dass Abellio auch neue, moderne Fahrzeuge einsetze. Zudem ist geplant, spätestens ab dem Jahr 2019 auf dieser Strecke Elektrotriebwagen einzusetzen.

Quelle: RP
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