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Voerde
Schnelles Internet nicht für alle Voerder

Voerde. Auch Bürger mit der Telefonvorwahl 02855 können neue Breitbandtechnik der Telekom nicht nutzen.

Das war eine gute Nachricht, als die Telekom im Februar 2015 begonnen hat, in Voerde und in den Rheindörfern Leitungen für den Anschluss an das schnelle Internet zu verlegen. Damals hieß es, alle Voerder Bürger, die im Vorwahlbereich 02855 wohnen, können am Ende von der neuesten Breitbandtechnik Gebrauch machen. Im Oktober waren die Arbeiten abgeschlossen, 38 Kilometer Glasfaser verlegt und 43 neue Schaltkästen aufgestellt worden.

So ein grauer Kasten steht auch an der Holthausener Straße. Doch nicht alle Anwohner können hier die "neueste Breitbandtechnik" nutzen. Einer von den Betroffenen ist Guido Cloudt. Er berichtet, dass im vergangenen Jahr in der Holthausener Straße die neue Leitung verlegt worden sei und "der graue Anschlusskasten installiert wurde". "Aber ich musste in der Folge feststellen, dass in unserer Straße die höhere DSL-Geschwindigkeit von 100 MBit/Sek erst ab Hausnummer 51 zur Verfügung steht", sagt er. Andere Internetnutzer, die wie Cloudt eine niedrigere Hausnummer haben, verfügen weiterhin "nur" über 16 MBit/Sek, obwohl sie in Sichtweite des Schaltkastens wohnen.

Bislang konnte ihm niemand erklären, warum es so ist. Cloudt sagt, das neue Kabel sei von der Mehrstraße an seinem Haus vorbei zum Schaltkasten verlegt worden. Anfragen beim Telekommunikationsunternehmen waren erfolglos. Auch weitere Bemühungen, dieses Rätsel aufzuklären, waren nicht mit Erfolg verbunden. Auf eine erste Mail gab es die Antwort, man werde sich melden, sobald die Informationen vorliegen. Danach hörte man nichts. Auch nicht auf eine Anfrage, die Mitte vergangener Wochen an die Telekom geschickt worden ist.

Nicht nur Guido Cloudt wundert sich über die Telekom. Ein weiterer Voerder berichtete, dass nicht alle Bürger mit der Vorwahl 02855 vom schnellen Internet profitieren würden. Er wohnt in einem weniger dicht besiedelten Bereich von Voerde, dort könne er ebenfalls das schnelle VDSL nicht nutzen. Seine Vermutung: Im Außenbereich rechne sich ein VDSL-Anschluss nicht, vielmehr wolle das Unternehmen teure LTE-Anschlüsse verkaufen.

Auch diesen Fall wurde der Telekom geschilderet. Deren Erklärung: Man erreiche nie 100 Prozent der Kunden, teilte ein Unternehmenssprecher mit. Das liege mit der Leitungslänge zusammen. Ist ein Kunde weit vom Schaltkasten entfernt, könne man ihn nicht mit der vollen Leistung versorgen. Dass ein LTE-Anschluss mehr koste als VDSL, sei nicht richtig. Nur der Router, den man dafür brauche, sei teurer. Der Anschlusstarif sei gleich.

(mt)
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