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Voerde
Schwanenstraße: Bahn bewegt sich nicht

Voerde: Schwanenstraße: Bahn bewegt sich nicht
Was es bedeutet, wenn der Bahnübergang Schwanenstraße ersatzlos wegfällt, das deutete sich an, als er im Jahre 2009 probeweise für die Dauer von zwei Monaten gesperrt wurden, um Datematerial zu gewinnen. FOTO: jok
Voerde. Sammeleinwender gegen die ersatzlose Schließung des Bahnübergangs enttäuscht nach der Erörterung in Dinslaken. Von Petra Keßler

Enttäuscht zeigen sich die Initiatoren der Sammeleinwendung gegen die geplante ersatzlose Schließung des Bahnübergangs Schwanenstraße über den Verlauf des Erörterungstermins vor zwei Wochen in Dinslaken. Die Bahn habe sich in keiner Weise über ihre bisherigen Positionen hinaus bewegt, moniert Wolfgang Krieg. Dabei seien die Argumente, die das Verkehrsunternehmen in seinen Erwiderungen zu den schriftlichen Einwendungen der Bürger anführt, "nicht stimmig".

Die Notwendigkeit, den Übergang Schwanenstraße zu schließen, begründet die Bahn damit, dass es durch den Bau des dritten Gleises zu mehr Verkehr auf der Schiene und daher zu lange geschlossenen Schranken kommt. Dies wiederum würde zu einer "Verschlechterung" der Umweltsituation führen, etwa weil es zu einem vermehrten Rückstau - verbunden mit erhöhten Abgasemissionen - käme. Die Argumentation sieht der Vorsitzende der Werbegemeinschaft Möllen, Hans-Ulrich Zipfel, durch die Umwege konterkariert, die sich durch die ersatzlose Streichung des Bahnübergangs Schwanenstraße ergeben. Die Bahn verweist auf die 930 Meter entfernte Straßenunterführung an der Steinstraße und auf die Überführung an der Rahmstraße in 600 Metern Entfernung.

Die Überführung Rahmstraße halten Wolfgang Krieg und seine Mitstreiter ohnehin für keine Alternative. Die Straße verbinde alle Möllener mit der B 8 und diene nur dazu, den Schwerlastverkehr, der nicht die Brücken an der B 8 in Dinslaken oder an der Frankfurter Straße in Eppinghoven passieren kann, aufzunehmen. Zudem könne es nicht sein, dass eine Bundesstraße als "innerörtliche Verbindung herhalten soll", kritisiert Krieg.

Er verweist auf die hohe Bedeutung der Schwanenstraße als Ost-/Westverbindung. Von einer Aufhebung des dortigen Bahnübergangs ohne Anschlusslösung wären 15 000 bis 17 000 Menschen - einschließlich Möllen - betroffen, sagt er. Die Gegner befürchten dadurch negative Auswirkungen, nicht nur auf die sozialen Kontakte. "Es wird eine gewisse Verschiebung der Kaufkraft erfolgen", betont Martin Mügge. Als ein mögliches Szenario droht seiner Einschätzung nach, dass Kunden, die sich nach Möllen orientieren, nach Dinslaken abwandern werden. Wer auf der B 8 unterwegs sei, bleibe darauf und biege nicht auf die Rahmstraße in Richtung Möllen ab.

Auch Hans-Ulrich Zipfel, der in Möllen als Apotheker tätig ist, sieht die Gefahr, dass es in dem Stadtteil zu einem "Einbruch der Kaufkraft" kommt. Die Deutsche Bahn dagegen hält durch die aus ihrer Sicht bestehenden Alternativen an Steinstraße, Rahmstraße sowie Prinzenstraße (für Fußgänger- und Radverkehr) "eine ausreichende Verbindung der Stadtteile Voerdes sichergestellt, so dass soziale Kontakte und Geschäftsbeziehungen uneingeschränkt gepflegt werden können". Ein zweiter Kritikpunkt ist die im Vorfeld zu der Erörterung im Hause der Bezirksregierung Düsseldorf nicht alle Unterzeichner der Sammeleinwendung zugelassen würden, sondern nur der benannte Vertreter. Bei der Anhörung selber dann gab es die gegenteilige Information: Jeder, der die Einwendung unterschrieben habe, dürfe teilnehmen. Die Sache wollen die Initiatoren so nicht stehen lassen, sie beabsichtigen, sich an das NRW-Innenministerium zu wenden. Für Christina Zipfel stellt sich die Frage, ob die Erörterung "gültig" ist.

Quelle: RP
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