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Reportage Am Montag
Sekundarschule mit besorgten Eltern

Dinslaken. Zum Tag der offenen Tür an der Friedrich-Althoff-Schule in Dinslaken gab es Einblicke in den Schulalltag. Allerdings fehlten vor allem neue Eltern, die ihre Kinder fürs kommende Schuljahr an der Sekundarschule anmelden möchten. Von Florian Langhoff

Dinslaken Auf dem Schulhof der Friedrich-Althoff-Schule sind am Samstagvormittag einige Menschen unterwegs. Jugendliche und Erwachsene wandern vom Schulgebäude in Richtung Turnhalle und umgekehrt. Auch in der Mensa der Schule scheint einiges los zu sein. Jugendliche laufen hier herum, Erwachsene sitzen an den Tischen und unterhalten sich. Allerdings sind es in der Mehrheit keine Besucher zum Tag der offenen Tür, sondern Schüler der Sekundarschule, ihre Eltern und Verwandte. "Für unsere Schüler ist heute ein ganz normaler Schultag", erklärt Schulleiter Silvio Husung. "Schließlich wollen wir Besuchern zeigen, wie der Schulalltag bei uns aussieht."

Allerdings finden sich nicht eben viele Besucher in den Gängen des Schulgebäudes. "Ich habe heute bisher nur mit zwei Eltern gesprochen, die ihr Kind hier anmelden möchten", berichtet Heike Kufner, Sprecherin der Elterninitiative der Sekundarschule. Dafür gibt es auch einen konkreten Grund. Das Gutachten zur Dinslakener Schullandschaft hatte im Sommer des vergangenen Jahres die Schließung der erst 2012 gegründeten Sekundarschule empfohlen. "Eine neue Schule braucht immer Zeit, sich zu etablieren. Die hatten wir bisher noch nicht", sagt Schulleiter Silvio Husung.

Die Verunsicherung über die Zukunft der Schule, ist natürlich auch unter den Eltern ein Thema. "Natürlich sprechen wir darüber, wie es weitergeht. Wir möchten allerdings für den Erhalt der Schule kämpfen", sagt Heike Kufner. Denn die Eltern sind von der guten Arbeit in der Schule überzeugt und auch die Schüler, die man beim Tag der offenen Tür quasi im Schulalltag erleben kann, scheinen sich hier wohlzufühlen. Dabei hat die Friedrich-Althoff-Schule bisher nicht unbedingt den besten Ruf. Gerade in sozialen Netzwerken lesen auch die Eltern oft Kommentare über ihre Schule, die sie nicht mit der Realität in Einklang bringen können. "Ich denke, da fällen Menschen oft ein Urteil, die noch nie hier in der Schule waren", sagt Heike Kufner, die sich solche Kommentare nicht anders erklären kann.

Und etwas Negatives zu sehen, fällt bei einem Rundgang durch die Schule auch schwer. Folgt man Schulleiter Silvio Husung durch das Gebäude, wird dieser von den Schülern auf den Gängen freundlich begrüßt, im Neubau am Schulgebäude öffnen sich Türen auf Knopfdruck, in den Klassenräumen hängen Smartboards statt Tafeln an der Wand. "So gut sind mit Sicherheit nur die wenigsten Schulen ausgestattet", sagt Silvio Husung. "Uns ist es wichtig, dass die Schüler den sinnvollen Umgang mit den neuen Medien lernen." Der Eindruck beim Gang durch das Schulgebäude ist also erstmal positiv. Aber was sagt man Eltern, die mit dem Gedanken spielen, ihre Kinder hier anzumelden, wenn es um die unsichere Zukunft der Schule geht?

Silvio Husung sieht das vergleichsweise gelassen. "Selbst wenn es irgendwann zu einer Schließung der Schule kommen sollte, können die Schüler noch hier ihren Abschluss machen und bis dahin alle Vorteile und Möglichkeiten unserer Schule genießen", sagt der Schulleiter. Bis dahin könne man nur an die Grundschulen gehen und zeigen, was für eine Arbeit man an der Friedrich-Althoff-Schule mache. Und sich anderweitig starkmachen für den Erhalt der Schule. So planen Förderverein und Elterninitiative derzeit eine Demonstration für den Erhalt der Schule. Außerdem hat man schon mehr als 1000 Unterschriften für einen Fortbestand gesammelt. Am Ende entscheidet allerdings die Politik. "Wir können nur mit dem überzeugen, was wir leisten und dafür brauchen wir Zeit", sagt Silvio Husung. "Da sind politische Schnellschüsse sicherlich fehl am Platz."

Quelle: RP
 
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