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Dinslaken
Simone-Tatjana Stehr (CDU)

Dinslaken. Es ist ihr zweiter Versuch. Bei der Landtagswahl 2012 hatten sie die Christdemokraten - auch für sie selbst - ziemlich überraschend ins kalte Wasser geworfen. Eigentlich hatte Dinslakens CDU den Zugriff auf die Landtagskandidatur, war aber in den eigenen Reihen nicht fündig geworden. Also gaben sie den Auftrag der Kandidatensuche an die Oberhausener Parteifreunde. Die präsentierten Simone-Tatjana Stehr, der Dinslaken nicht fremd war. Damals unterrichtete sie am hiesigen Otto-Hahn-Gymnasium. Und auch ihr Kontrahent war politisch ein alter Bekannter. Als schulpolitische Sprecherin ihrer Fraktion hatte sie mit Stefan Zimkeit im Oberhausener Rat so manchen Strauß ausgefochten.

Simone-Tatjana Stehr schlug sich, auch wenn sie letztlich keine Chance hatte, so achtbar, dass es keine Frage war, dass sie auch diesmal wieder ins Rennen geschickt würde. Auch diesmal scheint die Aufgabe, im "SPD-Land" Oberhausen-Dinslaken Stefan Zimkeit das Landtagsmandat abzujagen, nahezu unlösbar. Allerdings hat die CDU-Kandidatin inzwischen die Erfahrung gemacht, dass auch SPD-Mehrheiten nicht in Stein gemeißelt sind. 2015 gewann der Christdemokrat Daniel Schranz die Oberbürgermeisterwahl in Oberhausen, woran Simone-Tatjana Stehr, die heute die CDU-Fraktion im Rat der Nachbarstadt führt, nicht ganz unbeteiligt war. "Eine solche Erfahrung gibt natürlich Aufwind", sagt sie. Vor allem aber ist sie sicher, mit CDU-Schwerpunkthemen wie Bildung, Infrastruktur, Sicherheit punkten zu können. Dabei schielt sie nicht auf Umfragen, selbst wenn die für die CDU zurzeit gar nicht schlecht sind, sondern hört auf "das, was mir die Menschen sagen". Und da ist ihre Erfahrung, dass die Menschen etliche Felder ausgemacht haben, auf denen diese dringend Veränderungsbedarf sehen. Den Wahlkampf erlebt sie so als "spannenden Wettbewerb um gute Ideen", bei dem sie überzeugt ist, dass die CDU die besseren Antworten hat. Davon will sie die Wähler überzeugen - mit vollem Einsatz, auch wenn dass, wie sie zugibt, ganz schön anstrengend ist. Schließlich macht sie auch in diesen Wahlkampfzeiten ihren Vollzeitjob als Seminardirektorin für die Bereiche Gymnasien und Gesamtschulen. Erst jetzt in den letzten zwei Wochen vor der Wahl hat sie sich frei genommen. Ihr Beruf kommt ihr allerdings auch in der Politik zugute. Wenn sie darüber spricht, dass die Inklusion, wie sie von der Landesregierung auf den Weg gebracht worden ist, nicht funktionieren kann, dann kann sie sich auf den direkten Einblick in den Schulalltag berufen, auf zahllose Gespräche mit Lehrerkollegen und Eltern. Und weil das alles so ist und es ihr auch nicht an Selbstbewusstsein mangelt, formuliert sie für den 14. Mai ein ehrgeiziges Ziel: "Ich will den Wahlkreis direkt holen." JÖRG WERNER

Tatjana-Simone Stehr ist 46 Jahre alt, hat die Fächer Deutsch und Politik studiert. Wenn sie in diesen Wahlkampfzeiten entspannen will, pflanzt sie Blumen auf ihrer Dachterrasse.

Quelle: RP
 
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