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Dinslaken
Sinnbild der Auferstehung

Dinslaken. Zu Ostern werden viele die Gräber ihrer Verstorbenen besuchen. Viele Steine auf unseren Friedhöfen erzählen durch Inschriften oder Symbole von der Hoffnung im Angesicht des Todes. Eine Osterbetrachtung. Von Sepp Aschenbach

Der älteste Stein auf unserem Parkfriedhof aus dem Jahre 1889 trägt ein besonders eindrückliches Symbol. Es ist der Grabstein der Familie Rosendahl, die in der Altstadt im heutigen Johannahaus eine Posthalterei unterhielt. Ursprünglich stand er auf dem alten Friedhof am Neutor, der 1901 der neuen Straßenführung weichen musste. Der Grabstein fand einen neuen Platz auf dem heutigen Parkfriedhof an der B 8.

Ein kleines Wunder

Beeindruckend für den heutigen Friedhofsbesucher ist nicht nur das Alter, sondern das Symbol des Schmetterlings auf seiner Vorderseite. Es ist ein kleines Wunder, wenn die Raupe sich in ihrem Kokon verpuppt und als wunderschöner Schmetterling, wie ein völlig neues Wesen, der leblosen Hülle entschlüpft. Die geheimnisvolle Metamorphose der hässlichen Raupe zum prachtvollen Schmetterling faszinierte immer die Menschen.

Die Entwicklungsphasen, die ein Schmetterling durchläuft, regten das Nachdenken der Menschen an. Noch befinden wir uns im Stadium der Raupe. Mehr oder weniger stachlig bestimmen Fressen, Brot und Spiele, Ansehen und Erfolg unser Leben.

Verwandlung im Tode

In vielen Kulturen symbolisiert der Schmetterling die Verwandlung im Tode. Bereits vor 3500 Jahren finden wir in Wandmalereien der Pharaonengräber Schmetterlinge. Auch die Griechen sahen in einem Schmetterling das Sinnbild der Transformation der Seele. Künstlerische Darstellungen des Christentums übernahmen die Symbolik des Schmetterlings, um die Hoffnung auf Auferstehung, Verwandlung im Tode zu beschreiben. In den Analogien Raupe – Mensch, Verpuppung – Tod, Schmetterling - Auferstehung wurden die Auferstehung und das Leben nach dem Tod symbolisiert.

Das Bild vom Schmetterling wurde zu einem hoffnungsstarken Symbol. Wir finden es in der Zeit der Romantik und danach sowohl auf christlichen wie auf jüdischen Grabsteinen. Auch heute hat es seine Symbolkraft nicht verloren. Es bleibt auch für uns ein Zeichen der Hoffnung und der Erwartung des neuen und anderen Lebens. So schreibt der Schriftsteller Heinrich Böll einmal: "Wenn die Raupen wüssten, was einmal sein wird, wenn sie erst Schmetterlinge sind, sie würden ganz anders leben: froher, zuversichtlicher und hoffnungsvoller. Der Schmetterling ist das Symbol der Verwandlung, Sinnbild der Auferstehung. Der Schmetterling erinnert uns daran, dass wir auf dieser Welt nicht ganz zu Hause sind."

Heimkehren zu Gott

Und die Schweizer Ärztin Elisabeth Kübler-Ross schreibt: "Wenn wir den Körper ablegen, werden wir frei sein von Schmerzen, Angst und allem Kummer frei sein, wie ein bunter, schöner Schmetterling dürfen wir heimkehren zu Gott."

Quelle: RP
 
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