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Serie Ehrenamtliche Im Friedensdorf
Sinnvolle Beschäftigung für die Kinder

Serie Ehrenamtliche Im Friedensdorf: Sinnvolle Beschäftigung für die Kinder
Im Lernhaus des Friedensdorfes kümmert sich Ebru Kamaci regelmäßig um eine Gruppe von Kindern aus dem Friedensdorf. Die 23-jährige Studentin kam über Freundinnen zum Friedensdorf, absolvierte dort ein Praktikum und ist jetzt ehrenamtlich dort tätig. FOTO: Martin Büttner
Dinslaken. Im Lernhaus gibt es für die Kinder der Einrichtung Bildung. Neben Mathe und Deutsch stehen manchmal auch Kochen, Malen oder spielerisches Lernen auf dem Programm. Ebru Kamaci aus Voerde kümmert sich um die Kleinen. Von Florian Langhoff

Dinslaken/Voerde Der Weg ins ehrenamtliche Engagement beim Friedensdorf International führte für Ebru Kamaci über zwei Freundinnen, die ein Praktikum in der Einrichtung absolviert hatten. Schon als sie das erste Mal ins Friedensdorf kam, wurde die 23-Jährige von einem der Kinder im Dorf überschwänglich begrüßt. Fortan wollte sie fortan mit den Kindern arbeiten. Sie stieg als ehrenamtliche Helferin im Lernhaus der Einrichtung ein. "Die Arbeit hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich sie noch vertiefen wollte", erzählt sie. So absolvierte sie ein dreimonatiges Praktikum im Friedensdorf. "Ich war in Vollzeit hier und habe mich meistens um das Lernhaus gekümmert", erklärt Ebru Kamaci.

Dort geht es vor allem darum, den Kindern eine Form von Bildung zu vermitteln, die ihnen, wenn sie in ihre Heimatländer zurückkehren, auch von Nutzen sein kann. "Zur Zeit machen wir viel Mathe, weil das den Kindern Spaß macht", erzählt Ebru Kamaci. Aber natürlich steht auch Deutsch auf dem Lehrplan. "Gerade bei den Kindern, die neu in der Einrichtung sind, ist das natürlich wichtig." Dabei kümmert sich die 23-jährige Voerderin, die in Essen soziale Arbeit studiert, immer um unterschiedliche Kinder. "Das ist natürlich schon eine Herausforderung", sagt sie. "Aber ich habe diese Abwechslung auch gerne: Man kann immer wieder neue Kinder kennenlernen."

Die junge Frau achtet immer darauf, dass die Gruppen nach Möglichkeiten gemischt sind. Unterschiedliche Nationalitäten, verschiedene Lernstände, wenn es um Deutsch geht. "Die Kinder, die schon besser Deutsch können, helfen meistens bei der Übersetzung für die, die es noch nicht so gut beherrschen", berichtet die Studentin. Die Kinder im Friedensdorf lernen dabei meistens sehr schnell Deutsch.

Schließlich ist die Sprache die Kommunikationsgrundlage für das Leben in der Einrichtung, wo Kinder aus verschiedenen Ländern zusammenkommen. Beim Lernen gilt hier allerdings auch, was in vielen anderen Bereichen des Friedensdorfes gilt: Die Älteren helfen den jüngeren Kindern gerne.

Dabei ist das Lernhaus im Friedensdorf aus einem ganz einfachen Grund wichtig: Die Kinder, die in die Einrichtung kommen, sind von der allgemeinen Schulpflicht entbunden. Zum einen soll so vermieden werden, dass sie zu starke Bindungen aufbauen, bevor sie wieder in ihre Heimatländer zurückkehren. Zum anderen könnte die Teilnahme am normalen Schulalltag in Deutschland später auch für Integrationsprobleme im Heimatland sorgen. Dabei lernen die Kinder aber auch Dinge, die sie später in ihren Heimatländern auch anwenden können. "Ich koche am liebsten mit den Kindern. Dabei können sie sich frei entfalten und man sieht auch, wie selbstständig sie sind", sagt Ebru Kamaci. Neben Lesen, Schreiben und Rechnen stehen aber auch Holzarbeiten und Nähen mit auf dem Programm oder Lektionen in Sachen Gartenarbeit und Hygiene. Bei schönem Wetter geht es mit den Kindern aber auch einfach mal raus auf den Spielplatz.

Dabei sind es allerdings nicht nur die Kinder, die von den ehrenamtlichen Helfern im Dorf etwas lernen. Das funktioniert auch umgekehrt. "Die Arbeit mit den Kindern inspiriert mich auch. Ich bin begeistert davon, wie wenig sie teilweise haben und wie viel sie daraus machen", sagt Ebru Kamaci. Ihr macht die Arbeit mit den Kindern so viel Spaß, dass sie oft bis in die Abendstunden im Friedensdorf in Oberhausen unterwegs ist, um sich mit den jungen Bewohnern zu beschäftigen. "Man schaut bei der Arbeit auch nicht auf die Uhr", sagt sie. Denn es macht ihr einfach Freude, zu sehen, wenn die Kinder Spaß am Lernen haben.

Eines fällt der 23-jährigen Studentin aber doch schwer: Der Abschied von den Kindern, wenn diese nach erfolgreicher Behandlung wieder in ihre Heimatländer zurückkehren. "Das ist manchmal wirklich schwierig", sagt sie. Wenn die Kinder gehen, blickt sie ihnen oft mit einem lachenden und einem weinenden Auge nach. "Es ist natürlich schade, wenn man weiß, dass man die Kinder nicht wieder sehen wird. Auf der anderen Seite freut man sich natürlich, wenn sie endlich zu ihren Familien zurückkehren können", erklärt Ebru Kamaci. Mit ihrem ehrenamtlichen Engagement macht sie vor allem eins: den Kindern etwas mit auf den Lebensweg geben.

Quelle: RP
 
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