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Dinslaken/Voerde/Hünxe
So machen die Banken ihre Geldautomaten sprengsicher

Dinslaken/Voerde/Hünxe: So machen die Banken ihre Geldautomaten sprengsicher
Enorm war der Schaden im Gebäudeinnern, der durch die versuchte Sprengung des Geldautomaten im SB-Center der Verbands-Sparkasse Wesel in Lackhausen angerichtet worden ist. Der Tresor hielt dem Anschlag stand. FOTO: Ekkehard Malz
Dinslaken/Voerde/Hünxe. Die Volksbank Dinslaken und die Sparkasse setzen auf den Einsatz modernster Sicherheitstechnik, um es Tätern möglichst schwer zu machen, an Beute zu kommen. Geldscheine können mit Farbe unbrauchbar gemacht werden. Von Heinz Schild

Im Kreis Wesel sind sie schon seit längerer Zeit unterwegs und treiben ihr Unwesen: Ganoven, die es auf Geldautomaten von Banken und Sparkassen abgesehen haben. Nachts fahren die Täter mit ihren Fahrzeugen vor und sprengen die gepanzerten Tresore. Danach verschwinden sie mit ihrer Beute in Windeseile. Erst Ende der vergangenen Woche wurde das SB-Center Lackhausen der Verbandssparkasse in der Nachbarstadt Wesel heimgesucht. Es war der 64. Fall dieser Art in diesem Jahr. Allerdings machten die Täter diesmal keine Beute. Die hiesigen Geldinstitute verfolgen die Entwicklung mit Sorge. "Natürlich beschäftigen wir uns damit und mit den Möglichkeiten, uns weitestgehend vor solchen Anschlägen zu schützen", erklärte Claus Overlöper, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Dinslaken.

An sechs Standorten in Dinslaken und Hünxe-Bruckhausen sind Geldautomaten der Volksbank installiert. Claus Overlöper hält nichts davon, die Foyers, in denen die Automaten stehen, in den Nachtstunden abzuschließen. Denn er ist überzeugt, dass sich eine Diebesbande nicht durch eine versperrte Glastür abschrecken lässt. Und das sieht auch Richard Hoffacker, Pressesprecher der Niederrheinischen Sparkasse Rhein-Lippe, zu der die Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe und die Verbandssparkasse Wesel, mit Wirkung zum 1. Januar 2016 fusioniert sind, so. Die Volksbank rüstet ihre Automaten auf neue Sicherheitstechnik um, um das Einleiten von Gas und eine Sprengung der Tresore von innen unmöglich zu machen.

Fotos: Geldautomaten-Sprengungen in der Region – Chronik FOTO: Daniel Bothe

Für die 21 Geldautomaten-Standorte der Sparkasse in Dinslaken, Voerde und Hünxe wurde eine Erhebung gemacht, die als Grundlage für zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen dient. Geldautomaten neuer Genreration sollen Sprenggas standhalten können, wie es Hersteller versprechen. Bei Bestandsgeräten gibt es Möglichkeiten, diese durch Umrüstung zu sichern. Geldautomaten können mit einer Sensor-Farbkartusche ausgestattet werden, die den Inhalt der Geldkassette im Falle eines Anschlags einfärbt und die Geldscheine damit für die Täter wertlos macht, da sie nicht ausgegeben werden können.

Natürlich besteht auch die - allerdings kostspielige - Möglichkeit, des Nachts einen Wachdienst einzusetzen, der ein Auge auf die Geldautomaten-Standort hat. Doch bietet selbst der Einsatz von Sicherheitskräften keinen 100-prozentigen Schutz.

"Wir müssen möglichen Tätern signalisieren: Macht es erst gar nicht, ihr kommt nicht ans Geld ran. Und sollte es euch dennoch gelingen, könnt ihr das Geld nicht verwenden", sagte Richard Hoffacker von der Sparkasse über die Bedeutung vorsorglicher Schutzmaßnahmen.

Die Polizei fährt aufgrund der Häufung der Anschläge verstärkt Streife im Bereich der Standorte von Geldautomaten, besonders von etwas abgelegeneren, wie Sabine Vetter von der Kreispolizei Wesel erklärte.

Die Behörde geht davon aus, dass mehrere Täter-Gruppen in der Region unterwegs sind, die sich auf die Sprengung von Geldautomaten spezialisiert haben.

Quelle: RP
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