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Dinslaken
Solo-Duo gibt der Kultur den Rest

Dinslaken. Herbert Menzel und Thomas Hecker über Frauen, Fußball und die Kunst des Lachens. Von Corinna Meinold

Sie waren am Sonntagnachmittag nicht ganz vollständig, die Herren von Restkultur. Da sie ohne ihre Damen auf der Bühne im Theater Halbe Treppe standen, holten sich Herbert Menzel und Thomas Hecker Verstärkung aus dem Publikum, schließlich brauche man bei dieser "Hallengröße" ja auch einen Brandschutzbeauftragten, drei Ersthelfer (mit einem Pflaster für den Notfall ausgestattet), Security, einen Arbeitssicherheitsbeauftragten (dessen Aufgabe es ist, stets wissend zu gucken, wenn er angesprochen wird) und einen Gleichstellungsbeauftragten, der dafür zu sorgen hat, dass sich niemand benachteiligt fühlt.

Keine Frage, Herbert Menzel und Thomas Hecker sind nicht nur gut aufgelegt, sie sind auch bestens vorbereitet - aber ist das Publikum das auch? Es reiche nicht, eine Eintrittskarte gekauft zu haben und sich passiv auf seinem Sitzplatz hinzufläzen, stellen die beiden auf der Bühne klar und testen zunächst mal die Kompetenz der Zuschauer im Lachen. Ihr Fazit: Es reicht gerade mal für die Ballettaufführung.

Also gibt es einen Crashkurs im Lachen. Das geht vom Kichern - dem Appetitanreger zur Lockerung angespannter Gesichtsmuskeln - über das Gibbeln und Prusten bis hin zum lauthalsen Lachen. Und dann gibt es ja noch das kabarettistische Lachen, das in den hinteren Reihen anfängt und sich wellenartig bis zur ersten Reihe aufbaut und sich dadurch vom Kalauer unterscheidet.

So gerüstet, können Herbert Menzel und Thomas Hecker mit ihrem "Duo solo"-Programm, das so heißt, weil die beiden "im Grunde wie eins" sind und immer wissen, was der andere denkt, starten. Und wenn ihre Alter Egos Erwin Klosterköther (Menzel) und Kumpel Klaus-Dieter (Hecker) erstmal loslegen, wird schnell klar: Mit den Herren von Restkultur wird es ein Nachmittag mit vielen Männerthemen: Autos, Frauen und Fußball. Natürlich mit der Wortwitzakrobatik und dem Humor, den man von Restkultur kennt.

Wenn Thomas Hecker die Geschichte vorträgt, wie ein Mann seinem Bekannten sein neues Auto vorführt, dann klingt das, als ob ihn eine Frau verführt. So sexy kann eine Spritztour sein. Autofahren haben Männer ja auch schon mit der Muttermilch aufgesaugt, stellte Erwin Klosterköther fest und seit er Sky habe, brauche er seine Claudia nicht mehr, denn jetzt kann er rund um die Uhr Fußball gucken.

Auch wenn der Fifa-Bestechungsskandal, Uli Hoeneß, die AfD, Verkaufsgespräche am Telefon, die Technisierung und ellenlange IBAN-Nummern mit gekonnten Überleitungen ihr Fett wegkriegen - so ganz ohne Frauen geht es dann doch nicht.

Erwin und Klaus-Dieter sind überzeugt: Frauen kaufen sich nur neue Klamotten, um zu testen, ob ihre Männer das auch merken. Die seien aber gar nicht im Stande, das zu sehen, und wenn sie die Veränderung doch bemerken, fragen sie sich, seit wann sie es hätten wissen müssen, denn egal, was sie sagen, es kann nur falsch sein.

Frauen sähen Männer ja eher als Bauobjekt an, das sie renovieren und verändern - von der beim Mann nicht vorhandenen Übergangsjacke bis hin zur Farbe des Toilettenpapiers. Das Publikum zeigte nicht erst beim Schlussapplaus, dass es sämtliche Disziplinen des Lachens beherrschte.

Quelle: RP
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