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Dinslaken
Sonne, Sommer - SYLS im Burgtheater

Dinslaken: Sonne, Sommer - SYLS im Burgtheater
Bei den Fud'ies ist die Stimmung immer top: Auf der Bühne und im bei ihnen stets vollen Burgtheater. FOTO: Jochen Emde/Funke Foto Services
Dinslaken. Je eine halbe Stunde heizten an den zwei Festival-Tagen insgesamt 15 Bands dem Publikum ein.

Ein gutes Rockfestival ist immer eine schweißtreibende Sache. Also spielten die tropischen Temperaturen nur für die ehrenamtlichen Helfer, die hinter der Bühne die Roadies machten, eine erschwerende Rolle. Für alle anderen galt: Sommer, Sonne, SYLS mit T-Shirt-Wetter selbst für die Top-Acts der zwei Festivalabende The Fous, Kukalaka, Beginning of a Universe und Safety First. Sie zogen, ebenso wie die Dauerbrenner Fud'ies. Aber das Festival, das vom ehrenamtlichen SYLS-Team in Kooperation mit der Stadt parallel zu den Din-Tagen im zwölften Jahr über die Bühne ging, trägt das "Support your local Scene" nicht nur im Titel, um altbekannte Lokalmatadore im angemessenen Rahmen des weiten Burgtheaters zu feiern, sondern auch, um Plattform für neue und interessante Bands aus Dinslaken und Umgebung zu sein. Je 30 Minuten für 15 Bands an zwei Tagen, wer spielen darf, entscheidet das derzeit aus sechs Mitgliedern bestehende Orga-Team im Vorfeld. Und schon ab dann werden die Bands kräftig in Szene gesetzt. Das Festivalplakat stammte einmal mehr von Wittek, der sowohl Freitag wie auch Samstag anwesend war und Plakate und Comics für die Besucher signierte.

Cable Ties eröffneten das SYLS am Freitag vor recht gut gefüllter Bühne, sie hatten zahlreiche Fans mitgebracht. Neben Sleeping Rage, die am Samstag als zweites spielten, und den Fud'ies war die erst im September vergangenen Jahres gegründete Band die einzige mit weiblicher Beteiligung, eine Unterrepräsentanz, die jedes Jahr auffällt.

Gitarren im Nebel: Julian van den Boom (r.) und Sven Steenmanns gelang mit ihrer Band Luscious ein starker Start in den Festivalsamstag. FOTO: Markus Joosten

Anderes ändert sich dagegen. Die musikalischen Trends zum Beispiel. Final Expression greifen in ihrem Indie-Pop-Mix auf Elemente aus den 80er Jahren zurück. Auch Luscious verstehen es gekonnt, Postpunk-Riffs einzubauen, ohne dass diese Schatten über ihren eigenständigen Mix aus Rock und Alternative werfen. Intensive Songs, raffinierte Rhythmuswechsel, gute E-Gitarrensoli: Die Band eröffnete den Samstag, dürfte in den nächsten Jahren aber auf Plätze später am Abend aufrücken. Luscious hatten ihren Debütauftritt erst vor einem Jahr beim Pfarrfest in Friedrichsfeld und treten deshalb übrigens am 10. September abends erneut am Maximilian-Kolbe-Haus auf.

"Eigentlich treten wir lieber bei reinen Metalfestivals auf", sagt Andreas Denz von Lyra's Legacy. Aber das bunt gemischte Festivalpublikum im Burgtheater lässt sich von schweren Metal-Klängen nicht erschlagen. Diversity Zero aus Krefeld, Beginning of a Universe und Crownfeld ließen es mächtig krachen. Und im opulenten Melodic Metal von Lyra's Legacy aus Dinslaken und Bochum gibt es für die Ohren viel zu entdecken.

Ein bisschen Wacken im Burgtheater: Wie hier Lyra´s Legacy hatten einige Bands ihr Schwermetall aus dem Proberaum mitgebracht. FOTO: Jochen Emde

SYLS ohne Metal wäre ohnehin wie SYLS ohne Punk. Dezent als Einfluss bei Picture Perfect Moment, in 90er-Jahre-Spielart bei Ten Skies High. Die Awesome Scampis machen deutschsprachigen Ska Punk und wurden dem "awesome" in ihrem Namen im Burgtheater mehr als gerecht. Mit Trompete und Posaune, einem ausgeprägten Hang zum Spaß und Konfetti wirbelten sie das Burgtheater zur besten Zeit am Samstagabend durcheinander. Ihr Wunschprogramm: Das "Star-Wars"-Stück aus der Cantina von Mos Eisley. Nochmal? Klar - und noch einmal - und noch einmal . . .

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