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Reportage Am Montag
Sonntagsarbeit für eine fertige Straße

Dinslaken. Auf der Friedrich-Ebert-Straße zwischen Rutenwall und Rutenwallweg kochte gestern der Asphalt. Um den Verkehrsfluss in möglichst wenig zu belasten, ließ die Stadt die abschließenden Arbeiten an der Fahrbahndecke am Sonntag durchführen. Von Florian Langhoff

Dinslaken Die Sonne scheint, der Himmel ist blau und die Temperaturen haben die 20-Grad-Marke deutlich überschritten. Von der Hitze bekommen die Männer, die im Einmündungsbereich von Friedrich-Ebert-Straße und Rutenwall arbeiten, kaum etwas mit. Das liegt an dem frischen Asphalt, der ist etwa 140 Grad heiß, wenn er in die noch vorhandenen Löcher der Straßendecke gefüllt wird. "Das ist ganz schön warm, wenn man direkt damit arbeitet", sagt einer der Bauarbeiter.

Mittels Bagger wird das Material von der Ladefläche eines Lasters gehoben. Das ist Maßarbeit, denn die Leitungen der Straßenbahn, Absperrungen, Straßenverkehr und Verkehrsschilder lassen hier nur wenig Spielraum für die Baggerschaufel. "Vorsicht!", ruft einer der Bauarbeiter dem Baggerführer zu und zeigt nach oben. Dort gleitet der Ausleger des Fahrzeuges knapp unter den Leitungen der Straßenbahn entlang - ohne Probleme.

Mit Gasbrennern, Schaufeln und anderen Werkzeugen machen sich die Arbeiter daran, eine möglichst glatte Fläche aus dem Material zu formen. Am Ende setzt sich einer der Arbeiter auf eine kleine Walze und fährt vorwärts und rückwärts über die Asphaltdecke. Der Boden vibriert leicht beim Einsatz der Maschine. "Die Fläche ist jetzt fertig. Jetzt müssen nur noch die Ränder beigearbeitet werden", kommentiert einer der Arbeiter. Das geschieht mit Besen und Schaufel. Überschüssiges Material entfernen die Männer mit Schaufeln von den Fahrbahnrändern, danach wird noch einmal gründlich gefegt. Fertig.

Derweil wird an der Baustellenseite Richtung Ampel, wo sonst die Autos vom Rutenwall abbiegen, parallel an mehreren Aufgaben gearbeitet. Während einer der Bauarbeiter damit beschäftigt ist, die letzten Steine zu verlegen, die den Asphaltweg von der Pflasterung der Friedrich-Ebert-Straße trennt, beginnen seine Kollegen bereits mit dem Asphaltieren. Material wird abgeladen, Bagger und Laster umrunden die Baustelle, laden Schutt ab, der bei den Straßenbauarbeiten entstanden ist.

Die Idee, die Arbeiten an einem Sonntag durchführen zu lassen, wenn auf Friedrich-Ebert-Straße, Rutenwall und Rutenwallweg deutlich weniger Verkehrsteilnehmer unterwegs sind, war ein guter Einfall. Denn trotz des reduzierten Autoverkehrs sorgen die Asphaltierungsarbeiten noch immer für Wartezeiten. So nehmen die Baustellenfahrzeuge einen nicht geringen Teil der Friedrich-Ebert-Straße im Beschlag. Wenn einer der Laster, eine Walze oder der Asphaltfertiger, der für eine glatte Oberfläche des neuen Straßenbelages sorgt, rangieren müssen, steht der Verkehr still. Die meisten Autofahrer bleiben ruhig und warten einfach kurz ab, bis die Bauarbeiter ihre Maschinen bewegt haben. Einige reagieren aber mit Ungeduld, teilweise sogar Zorn. Ein Autofahrer hupt, als einer der Bauarbeiter mit der Walze über die Friedrich-Ebert-Straße rangiert. Ein anderer scheint im Auto herumzubrüllen.

Noch bevor die Absperrung an der Ausfahrtseite des Rutenwalls wieder aufgestellt werden kann, hat ein besonders eiliger und ebenso unbelehrbarer Autofahrer die frische Asphaltfläche zum Wenden genutzt. Die Arbeiter schütteln den Kopf. Sie müssen die Reifenspuren beseitigen. Ein weiterer Verkehrsteilnehmer versucht, mit seinem Auto aus dem Rutenwall zu fahren. Die Männer halten ihn auf. Sie nehmen es gelassen. Hauptsache die Straße wird rechtzeitig fertig.

Quelle: RP
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