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Voerde
Sorge um das Wasserschloss Voerde

Voerde. Der Förderverein fürchtet, dass durch die tägliche Verkehrsbelastung auf der angedachten Trasse der neuen B 8 das 800 Jahre alte, auf Pfählen errichtete Gebäude irreparabel beschädigt werden könnte.

Das Bundesverkehrsministerium hat gestern online "Post" vom Förderverein Haus Voerde bekommen. Inhalt des Schreibens ist die Stellungnahme zu der im Bundesverkehrswegeplan 2030 dargestellten Neuplanung der B 8, die in Voerde auf massiven Widerstand stößt. Zu den Kritikern zählt erwartungsgemäß auch der Förderverein Haus Voerde: Das altehrwürdige Wasserschloss und sein Umfeld wären in einem sehr hohen Maße von der vorgelegten Trassenführung betroffen. Wie die Stadt bewertet auch der Förderverein die Beeinträchtigung durch das Vorhaben als "nicht hinnehmbar".

In seiner Stellungnahme führt der Verein an, dass die angedachte Trasse die historische und gerade erst rekonstruierte Parkanlage am Haus Voerde gänzlich in Anspruch nehme und ein Bodendenkmal zerstöre. Von der zur Diskussion stehenden neuen Straße bis zum Wasserschloss verbleibe nur eine Entfernung von etwa 30 Metern. Der Abstand zum Schlossgraben, der eine große Artenvielfalt an Tieren und Pflanzen beherberge, würde gar nur noch fünf bis zehn Meter betragen, beschreibt der Förderverein das seiner Einschätzung nach drohende Szenario. Auch geht er auf das Gebäude selbst ein: Das Wasserschloss Haus Voerde sei mehr als 800 Jahre alt und als Zentrum der frühen Ortsgeschichte Voerdes anzusehen. "Es lag an der Furt", die der Stadt ihren Namen gegeben habe. Sollte die Trasse unmittelbar an dem "geschichtsträchtigen Gebäude" vorbei geführt werden, sieht der Förderverein das Baudenkmal stark gefährdet.

Dies begründet er damit, dass das Objekt "auf Pfählen errichtet" worden sei. "Die tägliche Verkehrsbelastung über die B 8n mit starkem Lkw-Aufkommen würde dazu führen, dass der Pfahlbau möglicherweise Schaden nimmt und dann nicht mehr zu retten ist." Die Konstruktion wäre dann "irreparabel beschädigt", was schlimmstenfalls zu einem Absacken oder gar Einsturz von Haus Voerde führen könne. Das Ziel, das Wasserschloss zu erhalten, wäre für den Förderverein nicht mehr zu realisieren, und Haus Voerde "dem Verfall nahe". Für die Voerder Ortsgeschichte wäre das "ein Drama".

Vielen Voerdern dienten das Wasserschloss, der umliegende Schlosspark und der erst 2014 neu gestaltete Barockgarten "als Naherholungsgebiet".

Fördervereinsvorsitzender Stefan Schmitz nannte die Liegenschaft die "gute Stube" der Stadt. Auch erinnerte er an die öffentlichen Gelder, die geflossen sind: 70 Prozent der Gesamtkosten für den "Schlossgarten Haus Voerde", der auch das Sichtbarmachen der ehemaligen Vorburg am Wasserschloss umfasst, übernimmt das Land. Laut Planungsdezernent Wilfried Limke geht es um rund 130. 000 Euro. Die restlichen knapp 60.000 Euro trägt die Stadt.

Die Einwendung des Fördervereins Haus Voerde gegen die vorgelegte Trassenführung zur B 8n kann auf dessen neuer Website www.foerderverein-haus-voerde.de unter der Rubrik "Aktuelles" nachgelesen werden.

(P.K.)
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