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Dinslaken
Spannendes Spiel mit den Perspektiven

Dinslaken. Projekt "Maulwurfstadt": Kinder zeigen die Ergebnisse eines Workshops im Museum Voswinckelshof.

Ein Mann geht nach der Arbeit seiner Familie am Rittertor entgegen. Eine alltägliche Szene. Doch das Bild, das seit Samstag im Dachgeschoss des Voswinckelshofs hängt, ist etwas Besonderes: Der Mann, der scheinbar aus den Fugen des Altstadtpflasters emporwächst, ist eine Figur, wie sie für den Modelleisenbahnbau verwendet wird, während es sich bei den anderen um reale Menschen handelt. Es ist das Spiel mit Perspektiven und Wirklichkeiten, das den Reiz des Projektes "Maulwurfstadt", ausmacht und das nun im Museum zu sehen ist.

Die zweite Besonderheit: Die Arbeiten, die in der Ausstellung zu sehen sind, wurden alle von Kindern aus Dinslaken und Duisburg im Alter von zehn bis 14 Jahren geschaffen. Gemeinsam mit dem Künstler Max Bilitza, der das Projekt konzipierte und leitete, waren sie bei einem viertägigen Workshop in den Städten unterwegs, suchten und entdeckten Fotomotive, die sie anschließend in Szene setzten. Die Kinder hätten dabei "Choreografien des Alltäglichen" inszeniert, erklärte Max Bilitza, und als Regisseure mit den Figuren als Schauspielern verschiedene Installationen, Settings und Bühnenbilder entworfen.

Bei der Vernissage am Samstag waren sie auch gleichzeitig Kuratoren ihrer Ausstellung und erklärten den Besuchern, was es mit den einzelnen Objekten auf sich hat. Mit dem Gebilde aus bunten Streichholzschachteln haben sich die Kinder Gedanken darüber gemacht, wie die "Zukunft Phantasiestädte" Dinslaken und Duisburg im Jahr 2060 aussehen könnten. In den Einmachgläsern in der Vitrine gegenüber symbolisiert ihr Inhalt in Bezug auf das Etikett eine etwas andere Form von Marmelade. Wo "Betonwüste" draufsteht, sind verschiedene Steine drin. In den Gläsern am anderen Ende des Raumes sind Stücke von Schläuchen mit Figuren darauf als Symbol für den "Kulturtunnel" zu sehen.

Besonders beeindruckend sind die zu kleinen Guckkästen umfunktionierten Marmeladengläser. Sie bieten eine ganz neue Perspektive auf Bekanntes. Die kommt dadurch zustande, dass die Figuren mithilfe von alltäglichen Gegenständen - beispielsweise einer aufgeschraubten Klingel - vor Bildern von städtischen Landschaften inszeniert werden. Eine Szene wie im Film, die verschwimmt, wenn man das Glas fotografiert. Diesen Effekt fangen die Bilder an der Wand gegenüber ein, die mit ihren weißen Rändern an Negativstreifen erinnern und die Miniaturwelten im Wechselspiel von Schärfe und Unschärfe widerspiegeln. Spannende Perspektiven, die kreativ und sehenswert sind und eine eigene Geschichte erzählen.

Die Ausstellung ist bis zum 11. September, Di - So 14-18 Uhr, zu sehen.

(cor)
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