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Dinslaken
Sparen mit Strom vom eigenen Dach

Dinslaken. Dinslakens Stadtwerke gehen mit einem neuen Produkt auf den Markt. Sie installieren für Privatkunden Solaranlagen. Von Jörg Werner

Die Stadtwerke, sollte man meinen, haben Interesse daran, möglichst viel Strom zu verkaufen. Und warum schaffen sie sich dann Konkurrenz, indem sie möglichst vielen Kunden zu einer Solaranlage verhelfen wollen, damit diese ihren Strom selber produzieren können? Die Antwort ist laut Oliver Felthaus, Vertriebsleiter des Dinslakener Versorgungsunternehmens, recht einfach. Es ist im Rahmen der Energiewende politisch gewollt, dass möglichst viele Haushalte in Sachen Energieversorgung autark werden. Darauf reagieren die Stadtwerke mit ihrem jüngsten Produkt, wobei Felthaus gar keinen Hehl daraus macht, dass sie als wirtschaftlich denkendes Unternehmen auch damit natürlich ein Geschäft machen wollen, zumal auch schon andere Anbieter auf dem Markt aktiv geworden sind.

Etliche Hausbesitzer sind inzwischen auf den Zug aufgesprungen und haben sich eine Photovoltaikanlage zugelegt. Viele allerdings scheuen die damit verbundene Investition. Und da setzt das Angebot der Stadtwerke ein. Sie planen, installieren und betreiben für ihren Kunden eine Solaranlage auf dem Dach seines Hauses oder Gewerbebetriebs, und der zahlt dafür eine Pacht. So spart er sich nicht nur die Investition, sondern hat auch gleich Service und Wartung inklusive.

Für ein Einfamilienhaus mit normalem Bedarf ist das schon ab 46,65 Euro im Monat zu haben. Der Kunde verbraucht für seinen Eigenbedarf den mit der Anlage erzeugten Strom, was zu viel produziert wird, wird ins Netz eingespeist und vergütet. Produziert die Anlage einmal nicht genug Strom für den Eigenbedarf liefern die Stadtwerke. 18 Jahre läuft der Vertrag, dann geht die Anlage in den Besitz des Kunden über, und er spart noch einmal deutlich mehr, weil ja die monatliche Pacht wegfällt. 30 Jahre, davon gehen die Stadtwerke aus, beträgt die Lebensdauer einer solchen Fotovoltaikanlage.

Freilich ist nicht jedes Haus für dies Modell geeignet. Im Blick haben die Stadtwerke vor allem Einzelkunden - Besitzer von Einfamilienhäusern oder Gewerbebetrieben. Deswegen wollen sie mit Ihrem Produkt auch schwerpunkmäßig in ländlichen Gebieten wie zum Beispiel Hünxe oder Hamminkeln starten, weil dort die Einfamilienhausdichte einfach höher ist als etwa in einer Stadt wie Dinslaken.

Dass sich die Stadtwerke auf Einzelkunden fokussieren liegt nicht daran, dass sie keine technischen Lösungen für Mehrfamilienhäuser zu bieten hätten. Wie Felthaus erklärt, wird es allerdings aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen für Mehrfamilienhausbesitzer kompliziert und aufwändig, den Stromverbrauch trennscharf mit ihren Mietern abzurechnen.

Dass sich die Anschaffung einer Solaranlage für den Kunden rechnet, ist für Felthaus keine Frage. Selbst zurzeit, wo der eigentliche Strompreis ständig fällt, sorgen Steuern und Abgaben, wie beispielsweise für das Erneuerbare- Energien-Gesetz (EEG) dafür, dass die Verbrauchskosten nicht niedriger werden. Und Felthaus ist überzeugt, dass das auch in Zukunft so bleiben wird.

Wie viel ein Kunde mit der Solaranlage von den Stadtwerken sparen kann, hängt natürlich immer vom Einzelfall ab. Wer's genau wissen will, wird im Internet fündig. Hier kann er die speziellen Daten für sein Haus eingeben, Fragen zu seinen Verbrauchsgewohnheiten beantworten und erhält dann eine auf seine individuellen Umstände zugeschnittene Wirtschaftlichkeitsberechnung. Natürlich kann es sich auch direkt an die Stadtwerke wenden.

Informationen im Internet gibt es unter: www.din-energie.de

Quelle: RP
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