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Reportage Am Montag
Spargel: Vom Feld bis in den Hofladen

Spargel: Vom Feld bis in den Hofladen
Im Minitunnel unter der schwarzen Folie bekommen die Spargelpflanzen viel Wärme und wachsen schneller. Erntehelfer Daniel Nicolae befördert die Stangen mit einer besonderen Stichtechnik ans Tageslicht. Vorzugsweise mit dem ersten Stich, um noch wachsende Pflanzen nicht zu beschädigen. FOTO: Martin Büttner
Dinslaken. Die Spargelsaison hat begonnen. Auch auf dem Schulte-Drevenacks-Hof sind die Erntehelfer schon wieder bei der Ernte der leckeren Stangen. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt, wie viel Technik und Erfindungsreichtum im Spargelanbau steckt. Von Florian Langhoff

Hünxe Ein Blick auf eines der Spargelfelder des Schulte-Drevenacks-Hof zeigt mit Folien bedeckte, kleine Erdwälle, so weit das Auge reicht. "Würden wir unseren ganzen Spargel in einer Reihe anbauen, ginge die bis nach Köln", kommentiert Hofinhaber Dirk Buchmann den durchaus beeindruckenden Anblick. Die Folien, die über die Erhebungen mit den Spargelpflanzen gespannt sind, erfüllen dabei einen ganz bestimmten Zweck. "In den Tunneln mit der schwarzen Folienseite oben und der klaren Folie darüber kommt mehr Wärme an", erklärt Buchmann das Prinzip. "Die weiße Seite der Folie hält dagegen Wärme ab." So lässt sich das Wachstum des Spargels ein wenig reduzieren. Dazu kommen unterschiedliche Sorten zum Einsatz. "So haben wir von Anfang April bis Ende Juli eine gleichmäßige, hochwertige Ernte", erklärt Dirk Buchmann.

Auch die Arbeit der rund 40 Erntehelfer, darunter auch Daniel Nicolae, der die Stangen mit einem Stich aus der Erde befördert, ist keineswegs so einfach, wie man annehmen könnte. Denn um die geschmackvollen Stangen aus dem Erdreich zu befördern, ist es nötig, eine bestimmte Stichtechnik zu beherrschen. Im Idealfall genügt ein Ansetzen aus, um den Spargel aus dem Boden zu bekommen. "Wenn man beim Stechen mehrfach ansetzt, kostet das natürlich auch Zeit. Aber vor allem kann man auch die Pflanzen beschädigen, die noch nicht ausgewachsen sind", erzählt der Inhaber des Schulte-Drevenacks-Hof. Ist der Spargel einmal geerntet, geht es weiter in Richtung Hof zur Verarbeitung.

Hier wartet eine Menge Technik auf die schmackhaften Stangen. Zuerst werden sie alle elektronisch erfasst, maschinell vom groben Schmutz befreit und dann in eine Berieselungsanlage gestellt. "Die reinigt den Spargel weiter und das eisgekühlte Wasser sorgt dafür, dass die Temperatur des Spargels schnell singt", erläutert Dirk Buchmann. "Ansonsten würde es dem Spargel ergehen wie einer Blume, die man aus der Erde gerissen hat."

Nach dieser besonderen Dusche geht es für die Spargelstangen zum Sortieren. "Früher musste man das alles von Hand erledigen und stand dann stundenlang am Fließband", erzählt Dirk Buchmann. Heute gibt es dafür eine Maschine, die von jeder einzelnen Stange direkt acht Bilder macht und dann die Stangen entsprechend ihrer Größe, ihres Umfangs und anderer Kriterien sortiert. "Man muss nur noch kurz nachschauen, ob alles stimmt", berichtet Buchmann.

Auf dem Schulte-Drevenacks-Hof gehört auch das Schälen der Spargelstangen zum Service mit dazu. Auch hier kommt moderne Technik zum Einsatz. Während Praktikant Tobias Kabott die Stangen einzeln auf ein Band legt, arbeitet die Schälmaschine, zu der es führt, mit beständigem Tempo weiter. "Sie schält den Spargel viel schonender, als das von Hand möglich wäre", sagt Dirk Buchmann.

Am Ausgang der Maschine verpackt Marian Olariu die Stangen in spezielle Behälter. "Die kann man einfach in die Mikrowelle stellen und in unter zehn Minuten hat man fertig gegarten Spargel", berichtet Buchmann.

Im hofeigenen Laden können sich die Kunden diesen dann frisch mit nach Hause nehmen. Die Preise rangieren zwischen 5,50 Euro (Suppenspargel) und 12,50 Euro (höchste Qualität) pro Kilogramm. "Wenn bald mehr Spargel auf dem Markt ist, werden diese Preise auch noch sinken", erklärt Buchmann.

Quelle: RP
 
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