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Dinslaken
Sparkasse legt zu und baut Lasten ab

Dinslaken. Nispa-Vorstand zieht zufrieden Bilanz und spricht von einer stabilen Gesamtlage. Von Fritz Schubert

Der Zusammenschluss der beiden Sparkassen in Wesel und Dinslaken ist für die Hauptakteure schon Geschichte die Vorstandsvorsitzender Friedrich-Wilhelm Häfemeier und seine Kollegen Rolf Wagner und Ingo Ritter bezeichneten die Fusion zur Niederrheinischen Sparkasse Rhein-Lippe gestern in Wesel als "organisatorisch vor einem Jahr erledigt". Die einzelnen Häuser seien integriert und der Ertrag außerordentlich gut. Dazu trägt laut Häfemeier eine allgemeine Hochkonjunktur bei, die er so in 25 Jahren nicht erlebt habe. Sorgen bereiteten allein Immobilienpreise, die 30 bis 40 Prozent über dem Marktwert lägen, sowie ein in vielen Branchen spürbarer Fachkräftemangel. In Dinslaken habe man bei den Immobilien eine um zehn Prozent stärkere Nachfrage als in Wesel registriert. Deshalb seien hier die Preise auch entsprechend angestiegen.

Probleme mit Handwerkern hat die Sparkasse im Fall ihres eigenen Bauprojekts in Dingden selbst zu spüren bekommen. Die Filiale hätte schon längst eröffnet werden sollen. wenn jetzt die Fenster kämen und der Innenausbau voranginge, dann sei im September/Oktober damit zu rechnen. "Es war lustig, Dachdecker nach dem jüngsten Sturm kriegen zu wollen", sagte Häfemeier. Ein weiteres Projekt ist in Dinslaken der Standort Friedrich-Ebert-Straße, wo noch zwei Drittel weiterentwickelt werden sollen. Noch fehle der passende Ankermieter fürs Erdgeschoss. Oben denke man innovative Bürokonzepte und eventuell auch ein paar Wohnungen.

Einige Kernzahlen für 2017 untermauern die Aussagen von einer stabilen Gesamtlage des Hauses: Die Bilanzsumme legte gegenüber 2016 um elf Millionen auf 2,955 Milliarden Euro zu. Kundeneinlagen stiegen trotz Niedrigzinsphase um 107 Millionen auf 2,253 Milliarden Euro an. Das Kundenkreditvolumen behauptete sich nach 2,319 nun mit 2,3 Milliarden Euro. Neue Kredite machten 364 Millionen Euro (2016: 285) aus. Das betreute Wertpapiervolumen kletterte um 20 auf 664 Millionen Euro. Der Abbau von Lasten geht weiter. Er zeigt sich auch in der Mitarbeiterzahl. Die beträgt nun 710 (742), darunter sind 44 Auszubildende (53), und liegt laut Rolf Wagner weiter über dem tatsächlichen Bedarf. Gleichwohl versteht sich die Sparkasse als großer und verantwortungsvoller Arbeitgeber. Freiwerdende Stellen sollen mit eigenen Kräften besetzt werden. Schließungen von Filialen, besonders in den vielen ländlichen Gebieten, seien derzeit nicht vorgesehen, sagte Häfemeier,

Zudem soll am sozialen Engagement festgehalten werden. Im vergangenen Jahr wurden 1,2 Millionen Euro ausgeschüttet. Unterstützt wurden unter anderem der Esel-Rock in Wesel, das Fantastival in Dinslaken, das Sommerton-Festival am Schloss in Diersfordt, die 925-Jahr-Feier in Hünxe, der Weihnachtsmarkt am Wasserschloss Haus Voerde und das Reitturnier in Gahlen. Es profitieren darüber hinaus Sportvereine, Schulen, Kindergärten und sonstige Einrichtungen von den Nispa-Spenden.

Ingo Ritter erläuterte, dass die Sparkasse ihr telefonisches Servicecenter weiter ausbaut und dieses bereits sehr gut angenommen werde. 1000 bis 1200 Kunden nutzten täglich die Möglichkeit, Geschäfte bequem per Telefon abzuwickeln. Ein Alleinstellungsmerkmal sei auch das 2017 eingeführte System, dass in allen sechs Kommunen jeweils eine Geschäftsstelle auch am Samstag geöffnet ist und 20 Kunden-Center an zwei Tagen in der Woche bis 19 Uhr aufgesucht werden kann.

Die Online-Terminvereinbarung stellte Mark Krämer vor. 150- bis 200mal im Monat suchen sich Kunden selbst einen Termin für ein Beratungsgespräch aus, sehen dabei gleich, welcher Mitarbeiter dann für sie frei ist und bekommen eine Mail zur Bestätigung.

Quelle: RP
 
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