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Dinslaken
SPD-Chef Friedhelm Wlcek ist gestorben

Dinslaken: SPD-Chef Friedhelm Wlcek ist gestorben
Seit 2008 führte Friedhelm Wlcek den SPD-Stadtverband. FOTO: Archivfoto
Dinslaken. Der Stadtverbandsvorsitzende der Dinslakener Sozialdemokraten wurde 65 Jahre alt. Von Jörg Werner

Er übernahm den Vorsitz der Dinslakener SPD in unruhigen Zeiten. Sein Vorgänger Bernd Rohde war zurückgetreten, der Vorsitz des Stadtverbands seit Monaten vakant, das Erscheinungsbild der Partei von internen Querelen geprägt, als Friedhelm Wlcek das Ruder übernahm und mit seiner besonnenen und ausgleichenden Art Ruhe in die Reihen der Sozialdemokraten brachte. Am Montag ist der Lokalpolitiker nach längerer Krankheit im Alter von 65 Jahren gestorben. Der Sozialdemokrat hinterlässt seine Frau und zwei Kinder.

Seit 2008 war Friedhelm Wlcek als sachkundiger Bürger im Rat tätig. Bei der Stadtratswahl im August 2009 schaffte er für die SPD den Sprung in den Stadtrat, war Mitglied im Finanzausschuss, im Ausschuss für Liegenschaften und Wirtschaftsförderung, zudem stellvertretender Vorsitzender im Bauausschuss. In die SPD war der gebürtige Walsumer, der seit 44 Jahren in Dinslaken wohnte, 1994 eingetreten. Nach seiner Ausbildung zum Betriebsschlosser arbeitete er unter anderem auf dem Bergwerk Walsum, wechselte dann zur Steag Walsum, wo er später als Leitstandfahrer und Blockvorarbeiter tätig war.

Wlcek war von der Gewerkschaftsarbeit geprägt. Ende der 1960er trat er in die IG Bergbau ein, 1994 wurde er Mitglied des Bezirksvorstandes der IGBCE Duisburg. Er war Betriebsratsvorsitzender des Heizkraftwerks Walsum und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in Dinslaken. Bei der Siedlung Niederrhein sowie bei der Steag Walsum Immobilien war Wlcek Aufsichtsratsmitlied. Von 2002 bis zu seiner Pensionierung arbeitete er im Personalmanagement von Evonik in Essen.

2002 wählten die Hiesfelder Genossen Wlcek in den Vorstand ihres Ortsvereins. Bei seiner Wahl zum Vorsitzenden des sozialdemokratischen Stadtverbandes im März 2008 formulierte Friedhelm Wlcek zwei vordringliche Ziele. Er wollte für seine Partei in Dinslaken verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen, und er wollte seinen Beitrag dazu leisten, dass die Sozialdemokraten nach zwei Wahlperioden unter der CDU-Bürgermeisterin Sabine Weiss, den Chefsessel im Rathaus, den solange einer der ihren besetzt hatte, zurückerobern. Diese Ziele hat Wlcek erreicht. Bei der Kommunalwahl 2009 wählten die Dinslakener Dr. Michael Heidinger zum Bürgermeister, bei der Kommunalwahl im vergangenen Jahr führte Wlcek die SPD zwar nicht zurück zur einstigen Stärke, aber immerhin wieder deutlich über die 40- Prozent-Marke, die sie bei den beiden Kommunalwahlen zuvor gerissen hatte.

Quelle: RP
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