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Dinslaken
SPD enttäuscht über Niederlage von Meesters

Dinslaken. In Hamminkeln und Schermbeck waren viele vom guten Abschneiden der CDU und Charlotte Quik überrascht. Von Ludwig Krause, Klaus Nikolei, und Helmut Scheffler

Eigentlich wollte die Weseler SPD gestern Abend im Ratskeller auf einen Erfolg anstoßen. Doch kaum einer hatte Lust, nach den ersten Hochrechnungen in das Restaurant zu kommen. Und die wenigen, die da im Fernseher die Wahlberichte aus Düsseldorf anschauten, wollten kein Statement abgeben: "Lieber nicht." Kaum ein Genosse fand auch den Weg ins Kreishaus, wo sich Reporter, Fotografen und Kameraleute um Wahlsiegerin Charlotte Quik (CDU) scharten, lange bevor um 21.11 Uhr ihr Sieg feststand und der Jubel aufbrandete. Die Hamminkelnerin hatte zuvor mit einigen Dutzend Parteifreunden im Weseler Bürgerschützenhaus den Wahlerfolg von Laschet bejubelt.

Neben Meesters verfolgten auch Grünen-Kandidat Ulrich Lütke die Hochrechnungen. "Ich hatte mir mehr versprochen - und für die Grünen im Land natürlich auch. Die haben einen guten Job gemacht, das aber nicht richtig kommuniziert." Wenige Meter weiter stand FDP-Kandidatin Helen Carina Fuchs. Dass sie beispielsweise in Hünxe 9,11 Prozent der Stimmen geholt hat, freute sie. "Da habe ich am Samstag noch Rosen verteilt. Das hat gewirkt." Sie sei sehr zufrieden mit ihrem Ergebnis und natürlich mit dem Abschneiden der FDP auf Landesebene. "Das macht auch Hoffnung für die Bundestagswahl."

Davon ist auch Silke Westerhoff, die FDP-Fraktionschefin aus Hamminkeln, überzeugt, die kurz vor der Entscheidung im Kreishaus auftauchte. "Das ist ein mehr als erfreuliches Ergebnis. Die Bürger haben der liberalen Idee ihre Stimme gegeben. Gut, dass jetzt wieder Politik aus der Mitte für die Bürger gemacht wird. Das hat lange fehlt."

Die Jubelrufe der CDU über ihre 7,95 Prozentpunkte Zweitstimmen-Zuwachs in Schermbeck bei einem Gesamtstand von 39,46 Prozent waren diesmal ebenso wenig im Rathaus zu hören wie angeregte und kritische Diskussionen über Ursachen des katastrophalen Zweitstimmenverlustes der SPD in Höhe von 7,66 Prozentpunkten (insgesamt: 29,08 Prozent). Aus Kostengründen entfiel eine Wahl-Party. Die Schermbecker Wahlbeteiligung lag mit 74,91 deutlich höher als 2012 (66,38 Prozent). "Ein supertolles Ergebnis", freute sich der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Ulrich Stiemer. "Ich bin selber überrascht, wie klar das Ergebnis ausfiel. Wir haben natürlich einen intensiven Wahlkampf geführt. Unser Kandidatin Charlotte Quik hat sich in die Herzen der Schermbecker gebracht durch ihre offene, geradlinige und nette Art." Von einer "Katastrophe für die SPD", sprach der stellvertretende SPD-Vorsitzende Michael Fastring: "Ich vermute, dass die Schulpolitik ebenso wie grüne Themen, die die SPD mitgetragen hat, entscheidend gewesen sind."

Quelle: RP
 
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