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Dinslaken/Oberhausen
Spender honorieren die Arbeit des Friedensdorfs

Dinslaken/Oberhausen. Ein Plus in Höhe von rund einer Million Euro gegenüber dem Vorjahr verschafft der Hilfseinrichtung mehr Planungssicherheit.

Im kommenden Jahr wird das Friedensdorf International 50 Jahre alt. Kein Grund zum Feiern, wie Leiter Thomas Jacobs findet. Einen Grund zur Freude gab es für ihn jedoch bei der Vorstellung der Bilanz für das vergangene Jahr: Die Hilfseinrichtung für Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten konnte auf einen treuen Kreis von Unterstützern bauen und weitere medizinische Projekte in den Partnerländern verwirklichen. Die Einnahmen stiegen 2015 um eine Million Euro - allein bei den allgemeinen Spenden und Nachlässen verzeichnet die Einrichtung ein Plus von 930.000 Euro. "Ein erfreulicher Jahresabschluss", resümiert Jacobs. Er interpretiert den positiven Trend als Anerkennung für die kontinuierliche Arbeit.

In mehreren Ländern hat das Friedensdorf feste Strukturen aufgebaut, weitere Gesundheitsstationen und Hilfsprojekte ins Leben gerufen. Ebenso wichtiges Einsatzfeld ist die Einzelfallhilfe: 293 Kinder aus acht Nationen wurden 2015 nach Deutschland geholt, in Krankenhäusern behandelt und im Oberhausener Dorf weiterbetreut. 344 Mädchen und Jungen kehrten nach der Behandlung in ihre Familien zurück.

Gleichzeitig lagen zum Jahresende Anfragen für 835 Kinder aus 20 Ländern vor. Eine Reihe von ihnen kann in den Heimatländern versorgt werden, zum Beispiel in Usbekistan, wo seit 2015 auch Kinder mit Herzfehlern operiert werden können. Haupteinsatzländer für die Einzelfallhilfe sind Afghanistan, Angola, Tadschikistan, Usbekistan oder Kirgisistan. Die letzten 23 Kinder aus dem Gaza-Einsatz 2014 kehrten im vergangenen Jahr nach Hause zurück.

Dennoch wurden im Vorjahr 100 Kinder weniger in der Einrichtung aufgenommen als noch in 2014. Das liege zum Teil daran, dass die Verweildauer in den Krankenhäusern immer kürzer und die Nachbetreuung im Friedensdorf länger und pflegerisch aufwendiger werde, so Jacobs. Zusätzlich werde die Einzelfallhilfe durch strengere Visa-Regularien erschwert. So müssten Kinder ab zwölf Jahren bei der Beantragung in der deutschen Vertretung persönlich erscheinen, was bei schweren Verletzungen schwierig sei. In Afghanistan sei das Erscheinen von Familien durch die Sicherheitslage erschwert: "Die können nicht so einfach zur Botschaft kommen". Im Schnitt bleiben die Kinder sechs Monate zur Behandlung, die Verweildauer in den Hospitälern sank von 35 auf 32 Tage. 177 Kliniken unterstützen das Friedensdorf mit 293 Freibetten.

Die Projekte zur Verbesserung der medizinischen Struktur in den Ländern wurden weiter ausgebaut. Allein in Kambodscha entstanden drei neue Basisgesundheitsstationen, Nummer 26 und 27 sind im Bau oder in Planung. Für die Projektarbeit konnten 2015 1,4 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden (2014: 950.000). Wie gut die Einrichtungen angenommen werden, zeigt das Beispiel der Ende 2014 fertiggestellten Entbindungs- und Kinderklinik in Rameas Hek (Kambodscha): 500 Babys kamen 2015 zur Welt, 800 Kinder wurden stationär behandelt. Jacobs: "Darauf sind wir sehr stolz". Zudem lieferte die Organisation 114 Tonnen Hilfsgüter - von medizinischem Material bis zu Lebensmitteln - in die Partnerländer. Gut entwickelt hat sich auch die Friedensdorf Gemeinschaftsstiftung, deren Erträge in Projekte wie zum Beispiel eine Blinden- und Behindertenschule sowie ein Zirkusprojekt in Kambodscha flossen oder in Lippen-Kiefer-Gaumenspalten- und Orthopädie-Projekte in Usbekistan.

Für 2016 plant das Friedensdorf unter anderem vier Schwerpunkteinsätze in Angola und Afghanistan (mit Kaukasus und Zentralasien). Thomas Jacobs dankt allen Spendern, Helfern und Unterstützern und hofft, dass die finanzielle Basis stabil bleibt: "Das gibt uns Planungssicherheit".

(rme)
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