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Dinslaken
Spielplätze: Politik macht jetzt Druck

Dinslaken: Spielplätze: Politik macht jetzt Druck
In Dinslaken gibt es zwar schöne, neu gestaltete Spielplätze, so manche - wie der hier am Thyssenplatz - machen aber auch einen recht erbärmlichen Eindruck. FOTO: Martin Büttner
Dinslaken. Der Jugendhilfeausschuss will, dass Dinslakens Spielflächen in einen besseren Zustand versetzt werden. Gestern traf sich das Gremium zu einer Sondersitzung. Eine Erkenntnis: Die Verwaltung braucht mehr Personal. Von Jörg Werner

Thomas Giezek war der Kragen geplatzt. Der Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses hatte die Sondersitzung erzwungen, weil nach Ansicht zu wenig passiert ist, seit die Jugendpolitiker gemeinsam mit der Verwaltung im vergangenen Jahr die Spielplätze bereist und dieser danach eine lange Liste mit Verbesserungswünschen aufgeschrieben hatten. Und Giezek ließ auch gestern nichts aus, um seiner Kritik Nachdruck verleihen, hatte den Raum im Jugendzentrum P-Dorf, in dem der Ausschuss tagte, mit allerlei Sammelsurium dekoriert, um auf die Nöte der Kinder hinzuweisen, hatte auf den Verwaltungstischen giftige Pflanzen drapiert, die er auf Dinslakens Spielplätzen eingesammelt hatte und den Sicherheitsingenieur Wilhelm Schlingermann eingeladen, damit dieser deutlich mache, dass die Stadt mit der Vernachlässigung der Spielplätze auch rechtlich auf unsicherem Boden wandelt.

Die Verwaltung in Person von Jugenddezernentin Christa Jahnke-Horstmann, dem fürs Grün zuständigen Fachdienstleiter Heinz Tembergen, DIN-Service-Chefin Astrid Erdmann und der Spielplatzbeauftragten Nicole Mehring mühte sich angesichts der massiven Kritik gar nicht erst, die Dinge rosarot zu malen, mochte allerdings auch nicht auf sich sitzen lassen, dass gar nichts geschehen sei. Vor allem aber betonte sie, dass alles für die Sicherheit Notwendige getan werde. Dass nicht mehr möglich ist, liegt schlicht und einfach am mangelnden Personal. Acht Stellen sollten eigentlich für die Spiel- und Bolzplätze zur Verfügung stehen, mit denen dann die Sicherheitskontrollen und eine Pflege auf niedrigstem Standard erledigt werden könnten. Tatsächlich sind es aber nur sechs. Und zwei Mitarbeiter sind auch noch krank.

Dass dennoch die Sicherheit gewährleistet werden kann, liegt daran, dass Mitarbeitern aus anderen Bereichen, die aber für die Kontrolle der Spielplätze geschult sind, eingesetzt werden.

Wozu die Personalnot führt, machten zwei Zahlen eindrucksvoll deutlich. Ohnehin nur recht mickrige 57 000 Euro standen in den vergangenen Jahren jeweils im städtischen Haushalt für Reparaturen und Verbesserungen an den Spielflächen zur Verfügung. 2012 schaffte es die Verwaltung davon gerade einmal 27 000 Euro auszugeben, 2013 waren es nur 17 500. Im vergangenen Jahr sind immerhin schon 52 000 Euro ausgegeben worden. Und in diesem Jahr soll's auch so sein. Wenn der Rat heute den Haushalt, wie bislang geplant, verabschiedet, werden sogar noch einmal 160 000 Euro zusätzlich für Investitionen in die Spielplätze zur Verfügung stehen.

Der Ausschuss will, wie Giezek mit Blick auf die Politik auch durchaus selbstkritisch klar machte, auf keinen Fall mehr zusehen, dass zwar mit Hilfe von Fördergeldern Spielplätze wie etwa die am Augustaplatz oder am Rutenwall aufs Schönste herausgeputzt werden, die Flächen aber, für die keine Fördermittel fließen, vor sich hingammeln. Konsequenz: Mit Mehrheit beschloss der Jugendhilfeausschuss, dass vier neue Stellen nur für die Spielplätze geschaffen werden sollen. Im Oktober will er sich dann zu einer Sondersitzung treffen und die Dinge so richtig ins Rollen bringen.

Quelle: RP
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