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Lokalsport
Ein Hauch von Bundesliga beim TV Jahn

Dinslaken-Hiesfeld. Der Fußball-Talk des Hiesfelder "Club 100 - Wirtschaft und Sport" erhöhte die Vorfreude auf die Rückrunde in der Oberliga. Von Hendrik Gaasterland

In der Fußball-Oberliga kämpft der TV Jahn Hiesfeld ab dem 27. Februar in der Rückrunde um nichts anderes als den Klassenerhalt. Der Sponsorentreff des "Club 100 - Wirtschaft und Sport" in der Gaststätte Maaß war hingegen bundesligareif. Die "Veilchen" konnten in einer lockeren Gesprächsrunde zwei in Hiesfeld lebende Gäste begrüßen, die es in ihren Karrieren bis in die Beletage des Fußballs geschafft hatten und noch heute bei Profivereinen tätig sind: Borussia Dortmunds Torwarttrainer Teddy de Beer und den U19-Coach des SC Paderborn, Markus Feldhoff.

Den Anfang auf der Bühne machten bei Moderator Roland Donner aber der Vereinsvorsitzende Dietrich Hülsemann und Geschäftsführer Ralf Wind. Sie erklärten den Sponsoren, warum es in der Fußballabteilung im vergangenen Sommer derartige Probleme gab und warum damit einhergehend aus einer Spitzenmannschaft der Oberliga ein Abstiegskandidat wurde. Verantwortlich dafür seien der Rückzug eines Hauptsponsors und eine falsche interne Kommunikation gewesen, meinte Hülsemann. Doch die Führungsspitze ist optimistisch, dass sowohl die "Erste" als auch die abstiegsbedrohte Kreisliga-A-Reserve den Klassenerhalt schaffen werden. Sollte aber die Oberliga-Mannschaft um den neuen Trainer Thomas Drotboom am Ende der Saison unter dem Strich stehen, dann sei es laut Hülsemann "fast schon egal", ob es in der Landesliga oder Bezirksliga weitergehen würde. Denn nur in der anspruchsvollen Oberliga bestünde die Chance, junge und talentierte Spieler für den Verein zu gewinnen.

Welches Niveau die Fußballer für die fünfte Liga schon mitbringen müssen, zeige sich am besten am Beispiel Maik Goralski. Der Allrounder kam im Sommer als Kapitän von der U 23 des MSV Duisburg nach Hiesfeld, spielte früher in der Jugend-Nationalmannschaft mit dem späteren WM-Helden von Rio Mario Götze oder Torwart Marc-André ter Stegen vom aktuellen Champions-League-Sieger FC Barcelona zusammen. "Wenn man sich anschaut, in welchen großen Vereinen unsere Spieler überall ausgebildet wurden und dass wir trotzdem in der unteren Tabellenregion stehen, dann weiß man, wie schwierig es in der Oberliga ist, zu bestehen", erklärte Hülsemann. Drotboom beschäftigt sich aber erst gar nicht mit dem Abstieg. Er versprach bereits für den Auftakt gegen die U 23 vom MSV, dass seine Truppe "120 Prozent" geben werde: "Um unser Ziel zu erreichen, hoffen wir auf die Unterstützung der Fans und Sponsoren."

Markus Feldhoff plauderte dann aus dem Nähkästchen beim Effenberg-Club Paderborn. Als Jugendcoach habe er nicht viel Kontakt mit dem berühmten Trainerneuling der Profis, doch auch seine eigene Zukunft hängt vom Abschneiden des Zweitligisten ab. Feldhoffs Vertrag läuft noch bis zum Sommer, sollte es für den abstiegsbedrohten SCP dann in die Dritte Liga gehen und mehrere Millionen Euro an Fernsehgeldern wegfallen, könnte die berufliche Zukunft des 41-Jährigen in Paderborn beendet sein. In der Jugendarbeit des TV Jahn wolle er sich jedoch definitiv weiter helfend einbringen.

Der zweite Gast Teddy de Beer ist bei den "Veilchen" immer gern gesehen. Wenn der Spielplan des BVB es zulässt, schaut sich der Ur-Hiesfelder die Partien des Oberligisten an. Beim "Club 100" erzählte er über die Unterschiede zwischen dem großen Motivator Jürgen Klopp und dem stilleren "Taktikfuchs" Thomas Tuchel, der doch einiges anders als sein Vorgänger macht und nicht nur auf eine gesündere Ernährung achtet. In seinem inzwischen 30. Jahr bei der Borussia lernt somit auch der ehemalige gelb-schwarze Schlussmann und jetzige Torwarttrainer immer wieder neue Impulse eines Chefcoachs kennen.

Zum Ende der Winterpause machte die Talkrunde noch mehr Lust auf Fußball. Am 27. Februar geht es um 15.30 Uhr wieder los.

Quelle: RP
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