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Lokalsport
Erster kleiner Dämpfer für MTV Rheinwacht

Dinslaken. Der souveräne Spitzenreiter der Handball-Oberliga trennte sich 29:29 vom TSV Aufderhöhe. Rote Karte für Philipp Tuda nach 52 Sekunden. Von Bernd Vennemann

Lag es an der ungewohnten Anwurfzeit gestern Mittag, an der überzogenen frühen Roten Karte nach nur 52 Sekunden für Philipp Tuda, an der schwachen eigenen Leistung oder nur daran, dass der Gegner ein sehr gutes Spiel ablieferte. Handball-Oberligist MTV Rheinwacht Dinslaken jedenfalls hat erstmals in dieser Saison Federn lassen müssen. Zwar reichte es gegen den TSV Aufderhöhe aus Solingen am Ende noch zum einem 29:29 (11:12)-Unentschieden, doch den einen Punkt hatten sich die mutig auftretenden Gäste durchaus verdient. Trotz dieses Punktverlustes baute der MTV seine Führung an der Tabellenspitze auch noch aus, da sowohl der Haaner TV als auch Borussia Mönchengladbach ihre Spiele an diesem Samstag verloren.

Hoch her ging es gestern in der trotz der späten Anwurfzeit wegen des Volkstrauertages wieder sehr gut besuchten Halle an der Douvermannstraße. Das lag natürlich auch am Spiel beider Mannschaften, aber in erster Linie an der Spielleitung der beiden Unparteiischen Alexander Gronwold und Toni Laygraf aus Lank. Die Hektik begann bereits in der ersten Spielminute beim Angriff der Solinger, den Philipp Tuda mit einem harten Einsteigen regelwidrig stoppte. Dafür hätte man gut und gerne zwei Minuten zeigen können, doch die Schiedsrichter griffen sofort zur Roten Karte. Und als es später bei einem ähnlichen Foul gegen Florian Körner nur eine Zeitstrafe für die Gäste gab, hatten Gronwold und Laygraf endgültig bei den aufgebrachten Dinslakener Fans ausgespielt. Im zweiten Abschnitt sah auch der TSV-Akteur Daniel Soos nach hartem Einsteigen gegen Robert Jakobs den roten Karton und in den Schlusssekunden erwischte es auch MTV-Kreisläufer Dennis Backhaus noch mit "Rot", als er den letzten Angriff der Solinger stoppen wollte. Das zog auch noch einen von neun Siebenmetern des TSV Aufderhöhe und damit den Ausgleichstreffer nach sich.

Nun wäre es aber vermessen, den Punktverlust nur an den beiden Schiedsrichtern festzumachen. Schon den ersten Angriffen des MTV fehlte gestern einfach die Genauigkeit. So trafen zunächst weder Maximilian Reede noch Steffen Hahn aus der zweiten Reihe und zudem stand mit Maurice Haarmann ein ausgezeichneter Keeper zwischen den Pfosten der Gäste. Auf der Gegenseite hatte Marco Banning nicht gerade seinen besten Tag erwischt und auch der später mal eingewechselte Dominik Köller bekam kaum eine Hand an den Ball.

"Wir sind nach Tudas Platzverweis in der Abwehr einfach nicht richtig ins Spiel gekommen", machte MTV-Trainer Harald Jakobs später die Probleme seiner Mannschaft an der ungenügenden Deckungsarbeit fest. Dort fehlte aber auch nach Tudas Ausscheiden mit dem beruflich verhinderten Jonas Höffner ein wichtiger Baustein, so dass von Beginn an keine richtige Ordnung vor Marco Banning herrschte. Daneben stand auf der Solinger Seite mit Florian Felder ein körperlich ungemein robuster Kreisläufer, der seine Chancen konsequent verwertete und bis auf einen auch alle Siebenmeter im MTV-Netz unterbrachte.

Und so nahm das Geschehen bei immer kurioser werdenden Schiedsrichterentscheidungen im ersten Abschnitt seinen Lauf. Der TSV Aufderhöhe zog zu Beginn bis auf vier Tore (4:8) davon und hatte nach dem Ausgleich in der 27. Minute (11:11) durch einen Siebenmeter von Nils Kruse auch beim Pausenpfiff die Nase vorne.

Auch in Abschnitt zwei lag Solingen stets in Front, die erste Führung des MTV (24:23) resultierte aus der 51. Spielminute. Als Maximilian Reede in der Schlussminute das 29:28 erzielt hatte, schien der Favorit doch noch zu triumphieren. Doch der letzten Angriff der Gäste brachte nicht nur die Rote Karte für Backhaus, sondern auch noch den zum 29:29 führenden Siebenmeter.

MTV: Banning, Köller; d' Auria (1), Fischer, Backhaus (3), Kruse (6/2), Niehoff (2), Jakobs (1), Hahn (2), Reede (8), Lösche, Körner (6), Tuda.

Quelle: RP
 
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