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Lokalsport
Hajri und Meißner kann nichts mehr schocken

Niederrhein. Die beiden Kicker des MSV Duisburg gehen nach dem Sieg über RB Leipzig gestärkt in die Relegation gegen Würzburg.

Der Plan von Enis Hajri ist zu einem Teil bereits aufgegangen. Nach einer von Verletzungen überschatteten Seuchensaison ist der Profi-Fußballer des MSV Duisburg in der heißesten Saisonphase wieder zurück. Hajri hat mit Nasenbeinbruch, Bänderriss im Knöchel und einer hartnäckigen Fußentzündung, die sogar eingegipst und komplett ruhig gestellt werden musste, die ganze Palette durch.

Der Deutsch-Tunesier gab nie auf, fightete sich zurück und war in fünf der letzten sechs Saisonspiele wieder eine feste Größe im MSV-Team. Der 33-Jährige ist nicht nur als Kämpferherz wichtig, sondern auch als Typ. Hajri redet Klartext und verkörpert das neue Selbstbewusstsein bei den Zebras. "Gefühlt spielen wir jetzt gegen Würzburg die Aufstiegs-Relegation", sagt Hajri in Erinnerung an das Emotions-Feuerwerk im vergangenen Jahr gegen Drittliga-Konkurrent Holstein Kiel. Durch das 3:1 machte der MSV vor ausverkauftem Haus vorzeitig den Zweitliga-Aufstieg perfekt. "Unvergesslich" findet Enis Hajri das Erlebnis. In ein paar Tagen soll wieder gejubelt werden: Über den Zweitliga-Verbleib. "Wir haben schon jetzt mit dem Sprung auf Platz 16 etwas geschafft, mit dem kaum jemand gerechnet hatte", sagt der ehemalige Mannheimer, "wir wollen jetzt die gute Stimmung mit in die Relegation nehmen." Und dann schickt Hajri auch gleich eine Botschaft an den euphorischen Herausforderer aus Bayern hinterher: "Es ist sehr, sehr schwer, uns zu schlagen."

Die Prognose von Trainer Ilia Gruev, dass die Truppe durch das Positiv-Erlebnis Klassenerhalt noch enger zusammengeschweißt werden könnte, um daraus dann mehr Stärke zu entwickeln, teilt der Defensiv-Spezialist. "Ich glaube, bei uns ist jetzt schon etwas Großes entstanden. Der Zusammenhalt in unserem Team ist extrem. Die Fans peitschen uns ungemein nach vorne, das ist in unserer Lage sicherlich einmalig. Die Hütte ist seit mehreren Spielen immer richtig voll. Wenn wir drinbleiben, können wir in der neuen Saison eine bessere Rolle spielen als jetzt."

Innenverteidiger Thomas Meißner will mit dazu beitragen, dass Würzburg gegen den MSV keinen Stich setzen kann. Dabei dient die Leistung aus dem Leipzig-Spiel durchaus als Lehrbeispiel. "Ein Gegner, der eine überragende Saison gespielt hat, konnte gegen uns fast nichts machen. Es fühlt sich einfach super an, dass wir gegen RB gewonnen haben und mit diesem guten Gefühl in die Relegation gehen."

Was soll den Abwehr-Hünen jetzt noch schocken? "Endspiele", sagt er, "hatten wir doch seit Wochen. Vor nicht allzu langer Zeit hatte uns jeder abgeschrieben. Jetzt stehen wir auf dem Relegationsplatz und lachen Paderborn und Frankfurt aus." Dass Meißner ausgerechnet in Frankfurt das späte 3:3 in der Nachspielzeit erzielte, wird die Hessen im Nachhinein schwarz ärgern. Meißner weiß, dass Würzburg kein Spaziergang wird. "Die haben Qualität, sind physisch sehr stark und als Aufsteiger Dritter in der 3. Liga geworden. Aber unsere Marschrichtung ist klar: Nach dem ersten Ziel wollen wir das zweite erreichen."

(tt)
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