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Lokalsport
MTV Rheinwacht zeigt in Haan zwei Gesichter

Haan. Der Dinslakener Handball-Oberligist liegt bei Unitas mit 7:15 hinten und gewinnt das Spiel noch mit 27:25 (10:15). Von Bernd Vennemann

Burkhard Bell war als einer der ersten Gratulanten bei Harald Jakobs. Der frühere Trainer des MTV Rheinwacht Dinslaken, dessen Söhne Niklas und Frederik ja weiter beim Oberligisten am Ball sind, freute sich mit dem jetzigen Coach über den ersten Saisonsieg der Mannschaft. Bei Unitas Haan setzte sich der Aufsteiger ohne Floria Körner, Lennart Götte und Jonas Höffner mit 27:25 (10:15) durch - und das nach einer unglaublichen Berg- und Talfahrt.

Zunächst nämlich sah es nach einem noch größeren Debakel als zuletzt bei der peinlichen Niederlage gegen die HSG Wesel aus. Vor spärlicher Kulisse und wegen einer defekten Hallenuhr auch spärlicher Informationen schienen die Gastgeber den MTV regelrecht überrollen zu können. Nichts klappte bei den Dinslakenern. Die ersten Würfe gingen neben oder über das Tor, über die Außen ging gar nichts, weil da mit dem kräftigen Sebastian Goeken ein Keeper zwischen den Pfosten stand, der neben seiner Leibesfülle auch über glänzende Reaktionen verfügte. Und so zog Haan schnell davon, der erste Treffer der Gäste durch Robert Jakobs gelang nach knapp zehn Minuten. Hätte der über die ganze Partie glänzende Marco Banning im MTV-Tor nicht noch einige Hochkaräter entschärft, es wäre noch schlimmer gekommen, als es die Zwischenergebnisse von 7:3, 10:3 oder 14:6 auf der provisorischen Anzeigetafel aussagten. Als dann auch noch Steffen Hahn nach 27 Minuten die Rote Karte sah, schien die Partie schon frühzeitig verloren.

Doch beim Stande von 15:7 für Unitas ging plötzlich ein Ruck durch die Dinslakener Mannschaft. Bis zur Pause wurden drei Treffer aufgeholt, was die Haaner aber nicht zu beunruhigen schien. Deren Trainer Jurek Tomasik ließ seinen Topscorer Domagoj Golec nämlich im zweiten Abschnitt zunächst auf der Bank schmoren. Der baumlange Golec hatte in Halbzeit eins Tore aus allen Lagen erzielt, ließ sich selbst von einer Manndeckung kaum stoppen. Als er dann in der Schlussphase das Steuer für sein Team wieder herumreißen sollte, war er genauso verunsichert wie alle seine Mitspieler und jagte die Bälle am Tor vorbei.

"Das war eine reine Kopfsache", sagte Harald Jakobs zu der Leistungssteigerung seiner Spieler in der zweiten Hälfte. Tatsächlich besaßen seine Leute auch davor ihre Chancen, nur sie nutzten sie nicht. Plötzlich aber wurde Tor um Tor aufgeholt. Das lag auch am kleinen Nils Kruse, der mit seiner Schnelligkeit auf der Mittelposition für viel Druck sorgte. Philipp Tuda rückte dafür auf Halbrechts und wurde von dort präziser bei seinen Abschlüssen. Dazu stabilisierte Frederik Bell die Abwehr, um selbst vorne zwei blitzsaubere Tore zu erzielen.

Der entscheidende Mann aber wurde Maximilian Reede. Dem war über fast 30 Minuten das fehlende Selbstvertrauen geradezu anzumerken. Doch plötzlich nahm er sich die Würfe und ließ dem Haaner Torwart kaum noch eine Chance.

Nach 47 Minuten hatte der MTV zum 18:18 ausgeglichen, ging dann erstmals in Führung, die nach dem erneuten Ausgleich kontinuierlich ausgebaut wurde. Kritisch wurde es noch mal beim Stande von 25:20 für die Gäste. Zunächst wehrte Niklas Bell einen Siebenmeter ab, bevor die Dinslakener nach einer Roten Karte gegen Robert Jakobs (57. Minute) und einer weiteren Zeitstrafe in doppelter Unterzahl auf der Platte standen. Haan kam noch einmal auf 24:25 heran, doch dann folgten zwei MTV-Treffer, die Partie war entschieden.

"Die zwei Punkte müssen wir jetzt erst einmal genießen", meinte ein glücklicher Harald Jakobs. Nur Obmann Heinz Buteweg war nicht zufrieden, schimpfte auch nach dem Abpfiff noch über die Leistung der Mannschaft: "Das ist kein Handball, was wir hier spielen."

MTV Rheinwacht: Banning, F. Bell; Ahls, Brandscheid (1), Tuda (3), Jankowski (3/1), F. Bell (2), Reede (8), E. Schwengers, Hahn (2), d'Auria (2), B. Schwengers, Kruse (4/3), Jakobs (2).

Quelle: RP
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