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TV Jahn entführt einen Punkt beim KFC

Lokalsport: TV Jahn entführt einen Punkt beim KFC
Ahmet Taner, der für den verletzten Daniel Schwabke das Tor der Uerdinger hütete, fliegt vergebens, aber braucht auch, wie Armand Drevina, nicht einzugreifen: Der Ball segelt haushoch übers KFC-Tor. FOTO: Lammertz
Krefeld. Beim letzten Spiel von Trainer Jörg Vollack trennten sich die abstiegsbedrohten Hiesfelder 2:2 vom Aufstiegsaspiranten Uerdingen. Von Hendrik Gaasterland

Für die ganz dicke Überraschung hat es am Ende doch nicht gereicht. Aber auch das 2:2 (2:0)-Unentschieden beim haushohen Favoriten KFC Uerdingen fühlte sich für den TV Jahn Hiesfeld wie ein Sieg an. Als Trainer Jörg Vollack nach intensiven 90 Minuten vor 1240 Zuschauern in der Krefelder Grotenburg die Faust ballen durfte, war ein nicht eingeplanter Punkt im Rennen um den Klassenerhalt eingefahren. Der Zähler sollte den "Veilchen" sogar ausreichen, um in der Tabelle einen Platz zu klettern und auf einem Nichtabstiegsrang zu überwintern.

Der Achtungserfolg gegen Uerdingen war für Vollack nach zweieinhalb Jahren in Hiesfeld ein perfekter Abschied. In seinem letzten Spiel als Jahn-Trainer hätte seine abstiegsbedrohte Mannschaft jedoch nie und nimmer zwischenzeitlich 2:0 in Führung liegen dürfen. Der von Michael Boris trainierte KFC, für den das Remis im Aufstiegskampf eindeutig zu wenig war, ließ nämlich bereits in der Anfangsphase beste Möglichkeiten liegen. Entweder gingen die Gastgeber zu leichtfertig mit ihren Chancen um oder scheiterten an Hiesfelds Schlussmann Kevin Hillebrand.

Es war auf dem tiefen Rasen bis dato ein Spiel auf ein Tor, bevor der TV Jahn wie aus dem Nichts in Führung ging. Nach einer Ecke von Kevin Menke bediente Kevin Kolberg per Kopf seinen Kapitän Kevin Corvers und der nickte aus kurzer Distanz ein (29.). Noch größer wurden die Uerdingener Sorgen, dass es mit dem Pflichtsieg womöglich nichts werden könnte, als die Gäste einen zweiten Treffer nachlegten. "Den habe ich mir extra für dieses Spiel aufgespart", meinte ein gut aufgelegter Torschütze Menke, der einen Konter mit einem sehenswerten Schlenzer ins lange Eck abschloss (42.). "Er kann wohl nur die schwierigen Dinger", sagte sein Trainer zum ersten Saisontor des Offensivspielers.

Dass es für den TV Jahn nach einer 2:0-Pausenführung dennoch nicht zum ganz großen Coup langte, lag im zweiten Abschnitt an zweierlei Faktoren. Zum einen am schnellen Anschlusstreffer des KFC. Coach Boris wechselte in der Halbzeit den ehemaligen Bundesligastürmer Mo Idrissou ein und der erzielte mit seinem zweiten Ballkontakt gleich das 1:2 (48.). Die Uerdinger Anhängerschaft wurde dadurch wieder aufgeweckt, doch verunsichern konnte sie den Außenseiter auch nicht. Der Druck nahm zwar zu, doch Hiesfeld versuchte sich stets mit spielerischen Mitteln aus der Umklammerung des Gegners zu befreien. Die "Veilchen" hätten dann die Partie für sich entscheiden können, als Menke und danach Damiano Schirru völlig freistehend vor Uerdingens Torhüter Ahmet Taner auftauchten. Nun ließ der TV Jahn seine Chancen liegen, was der zweite Grund für das Remis war. Denn der Favorit bestrafte das Auslassen der Chancen: Am Schuss aus fünf Metern von Armand Drevina zum 2:2 (78.) konnte auch Hillebrand nichts ausrichten.

Der Ausgleich konnte jedoch an der Hiesfelder Zufriedenheit nach Spielende nichts ändern: "Die Mannschaft hat, auch als sie schon mausetot war, super gekämpft. Nach der ganzen Unruhe im vergangenen halben Jahr war es ein schöner Abschluss, aber so muss es nach der Winterpause auch weitergehen", meinte Kapitän Corvers. Auch Trainer Vollack tat der Punktgewinn zum Abschied sichtlich gut: "Ein Unentschieden in der Grotenburg ist wohl für alle Oberligisten etwas Besonderes. Es war zwar wegen der Spielanteile schmeichelhaft, aber auch nicht unverdient. Wie die Mannschaft bei den schwierigen Bedingungen gekämpft hat, spiegelt ihren tollen Charakter wider", sagte der 50-Jährige. Sein Pendant Boris konnte dies nur bestätigen: "Für uns ist es eine gefühlte Niederlage. Aber die Hiesfelder haben auch sehr gut verteidigt."

TV Jahn Hiesfeld: Hillebrand; Kolberg, Goralski, Corvers, Jacobs, Yolasan, Polk, Menke, Schirru, Mastrolonardo, Zwikirsch (87. Hinnemann).

Quelle: RP
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