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Lokalsport
Walter Hellmich muss im Kentsch-Prozess aussagen

Niederrhein. MSV will vom Ex-Geschäftsführer 4,5 Millionen Euro.

Im Rechtsstreit zwischen dem MSV Duisburg und Ex-Geschäftsführer Roland Kentsch wird es erst ab September spannend: Dann lädt die 1. Kammer für Handelssachen die Protagonisten, die vor drei Jahren am Lizenzdrama des Fußball-Zweitligisten beteiligt waren, in den Zeugenstand.

Unter anderem werden Ex-MSV-Chef Walter Hellmich und Schauinsland-Boss Gerald Kassner erscheinen müssen. Und auch Kentsch dürfte dann erstmals persönlich Stellung nehmen. Kentsch klagt gegen seine Kündigung als Geschäftsführer und der MSV fordert Schadensersatz in Höhe von 4,5 Millionen Euro für die Lizenzverweigerung. Kentsch hatte vor knapp zwei Jahren in einem Urkundenverfahren wegen Formfehler des MSV Recht erhalten. Um Schadensersatzansprüche geltend zu machen, muss der MSV beweisen, dass Kentsch seine Pflichten verletzt hat. Der Verein wirft ihm vor, dass er nicht zeitnah darüber informiert hat, dass die DFL die Lizenz verweigern würde. Und es geht darum, ob Kentsch vor dem Abgabetermin der Lizenzunterlagen bewusst alternative Finanzierungsmöglichkeiten nicht berücksichtigt hatte.

Am 23. Mai 2013 ging es drunter und drüber. Unter anderem hatte Hauptsponsor Schauinsland an jenem Tag ein alternatives Finanzierungskonzept angeboten. Der MSV bevorzugte die Variante mit einem Hellmich-Darlehen. An die Kreditlinie war die Bedingung geknüpft, dass Hellmich Einfluss auf die Besetzung des Aufsichtsrates und des Geschäftsführerpostens haben sollte. Derartige Konstruktionen entsprechen nicht den DFL-Statuten. "Wir werden auch prüfen, ob Alternativkonzepte, etwa von Schauinsland, nicht ebenfalls an Bedingungen geknüpft gewesen wären", erklärte Richterin Antje Reim.

(D.R.)
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