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Lokalsport
Weiter Weg des TV Jahn bis zur Regionalliga

Lokalsport: Weiter Weg des TV Jahn bis zur Regionalliga
Jahn-Vorsitzender Dietrich Hülsemann (rechts) glaubt, dass die Anforderungen des Westdeutschen Fußballverbandes für die Regionalliga zu erfüllen sind, Trainer Thomas Drotboom (links) muss sich darum kümmern, dass es sportlich klappt. FOTO: Jochen Emde
Dinslaken-Hiesfeld. Stadtverwaltung hält an den Plänen zum Umbau der Lohberger Dorotheen-Kampfbahn fest. Gespräch beim Bürgermeister. Von Gerard Dombrowski

Bevor die jecken Weiber ins Rathaus einzogen, bat der Dinslakener Bürgermeister gestern Morgen zum Termin mit "Veilchen" und "Knappen". Michael Heidinger empfing Vertreter der Vereine TV Jahn Hiesfeld und VfB Lohberg, um über zwei Themen zu reden: Den möglichen Aufstieg der Hiesfelder Fußballer in die Regionalliga und die seit einiger Zeit laufenden Verhandlungen der beiden Vereine über eine Kooperation, die in einem Zusammenschluss als "1. FC Dinslaken" enden könnte.

Auf Narrhallamarsch und Büttenreden verzichteten die Beteiligten hinterher, die Signale der Stadtverwaltung hatten offenbar auch keine närrische Note. "Die Stadt unterstützt uns bei der Bewerbung um die Regionalliga-Lizenz", sagte Jahn-Präsident Dietrich Hülsemann hinterher. Die Auflagen des Westdeutschen Fußballverbandes für die Zulassung zur vierthöchsten Klasse sind umfangreich, sie reichen von der Mindestanforderung an Zuschauerplätzen über Sicherheitsbedingungen, die Notwendigkeit einer Flutlichtanlage bis zur Pflicht, ein Ausweichstadion zu benennen .

Das Hiesfelder Ansinnen, im Falle der sportlichen Qualifikation die Heimspiele in der Dorotheen-Kampfbahn auszutragen, wird aber ein frommer Wunsch bleiben. Bürgermeister Heidinger und Dezernentin Christa Jahnke-Horstmann machten gestern deutlich, dass das Lohberger Stadion unter den vorgegebenen Umständen keine Option darstellt. Denn die Stadtverwaltung will von der Planung einer großen Bezirkssportanlage samt Stadion nicht abrücken, die nicht nur einem Verein zur Verfügung stehen soll, sondern allen Teams, die die Anlage nutzen. Auch die Mauer zur Straße Zum Fischerbusch soll, wie im aktuellen Modell vorgesehen, geöffnet werden, um eine Verbindung vom Naturrasenplatz zu den Kunstrasenfeldern zu schaffen. Letzteres ist allerdings nicht mit den Anforderungen des Fußballverbandes vereinbar.

Stattdessen, so Hülsemann, wolle die Stadt prüfen, inwieweit das Hiesfelder Stadion regionalligatauglich hergerichtet werden könne. Der Rasenplatz ist allerdings seit Anfang Oktober vergangenen Jahres nicht bespielbar und müsste erst umfangreich saniert werden, damit er auf Dauer wieder für Fußball geeignet ist. "Man geht davon aus, dass er ab März wieder bespielbar ist", sagt der Hiesfelder Vereinschef. Selbst wenn dieser Punkt erledigt werden könnte, fehlt im Stadion am Rotbach noch die notwendige Flutlichtanlage. Angesichts der Tatsache, dass der formale Antrag zur Regionalliga-Zulassung Anfang April eingereicht werden muss, sind die beiden Kernprobleme bis dahin kaum zu lösen. "Wenn wir da nicht weiterkommen, müssen wir überlegen, ob es Sinn macht, die vom Verband geforderten 30 000 Euro als Sicherheit aufzubringen", so Hülsemann.

Bleibt der Fußballverband bei seinen Forderungen, dann stehen im Prinzip nur zwei Möglichkeiten zur Debatte. Der Umzug in ein anderes Stadion außerhalb Dinslakens - oder der Verzicht auf den Aufstieg schon aus organisatorischen Gründen. Vor einigen Jahren, als die "Veilchen" schon einmal aussichtsreich im Rennen um die Oberliga-Spitze mitspielten und sich um die Regionalliga-Zulassung bewarben, war das Weseler Auestadion als möglicher Spielort angegeben worden. Am Ende erledigte sich das Thema sportlich, die Fußballer holten nicht den Oberliga-Titel. "Wir werden Gespräche mit der Stadt Wesel führen, ob das Auestadion wieder zur Verfügung stünde, falls es diesmal klappt", sagt Hülsemann jetzt.

Quelle: RP
 
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