| 13.51 Uhr

Handball
Wie Phönix aus der Asche

Vor dem Anpfiff ging es eigentlich nur darum, die Niederlage in Grenzen zu halten. Doch am Ende waren es die Regionalliga-Handballerinnen des TV Aldenrade, die trotz sechs vergebener Siebenmeter jubeln durften – und nicht der haushohe Favorit und Spitzenreiter TuS Lintfort. Von Sebastian Mühleis

Walsum Der Mann ist und bleibt ein Phänomen. Vor der Partie seiner abstiegsbedrohten Regionalliga-Handballerinnen des TV Aldenrade gegen Spitzenreiter TuS Lintfort war Karl-Rudolf Becker spürbar angefressen. Wegen der schwachen Trainingsbeteiligung kritisierte er seine Mannschaft hart, machte klar, dass alles andere als eine Niederlage einem Wunder gleichkäme. Es scheint, als hätten Kerstin Höing und Co. gut zugehört, und sich auf das Erfolgsrezept besonnen, dass dem Aufsteiger im Vorjahr einen starken siebten Platz bescherte.

Überragende Kim Spiecker

Angetrieben von einer überragenden Torjägerin Kim Spiecker, die zwölf Mal ins Schwarze traf, und einer bärenstarken Manuela Doktor im Tor gelang dem TVA das "Wunder": Trotz sechs vergebener Siebenmeter und weiterer ausgelassener Hochkaräter setzten sich die Gastgeberinnen auch in der Höhe verdient mit 30:26 (13:11) durch – und setzten so ein nötiges Ausrufezeichen im Kampf um die Qualifikation für die dritte Liga.

In den ersten Minuten sah das Spiel der Walsumerinnen allerdings nicht besonders vielversprechend aus, die Vorgehensweise war immer gleich: Wurde der Ball gewonnen oder warfen die Lintforterinnen ein Tor, so wanderte das Spielgerät immer wieder schnell zu Spiecker, die sich den Wurf nahm – oder nehmen musste, weil ihre Kameradinnen mit dem Abschluss haderten. So blieb es bis zur zehnten Minute bei einer Fahrkarte von Daniela Rink – alle Tore und weiteren Wurfversuche gingen auf das Konto von Spiecker.

Mit der immer besser treffenden Torjägerin und Doktor in Gala-Form gewannen die Gastgeberinnen aber schnell an Sicherheit, was sich insbesondere in der Hintermannschaft zeigte. Einzig die vier vor dem Pausentee verworfenen Siebenmeter und die beste TuS-Spielerin Vanessa Idelberger, die im Versuch sich gegen die Niederlage zu stemmen von ihren Mitspielerinnen praktisch allein gelassen wurde, verhinderten eine höhere Führung . Der zweite Abschnitt war dann ein Spiegelbild der ersten Hälfte – mit logischem Ausgang.

Nach dem Schlusspfiff war Becker wieder einmal voll in seinem Element, wollte zu dem Spiel keine Meinung abgeben. "Nur die Mädchen können erklären, warum sie eine so deutliche Leistungssteigerung hingelegt haben. Durch das Training ist das bei der schwachen Beteiligung auf jeden Fall nicht zu erklären", sagte Becker.

Da aber Tanja Ludwig, Denise Schauenburg oder die starke Indra Bouten zwar breit grinsend alle Glückwünsche entgegen nahmen, sich jedoch jeglichen weiteren Kommentar zur Partie verkniffen, war es doch dem "Dirigenten" vorbehalten, die Leistung seines "Orchesters" zu bewerten – und das Votum fiel eindeutig aus.

"Wir waren sicher über 60 Minuten die bedeutend bessere Mannschaft, haben vollkommen verdient gewonnen. Und wir haben gesehen, dass wir jede Mannschaft schlagen können, egal wo sie in der Tabelle steht, sobald wir unsere Leistung voll abrufen", resümierte ein verschmitzt grinsender Becker.

Quelle: RP
 
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