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Voerde
Sporthalle weiterhin nicht nutzbar

Voerde: Sporthalle weiterhin nicht nutzbar
Die Baustelle an der Sporthalle des Gymnasiums Voerde ruht auch weiterhin. FOTO: Heinz Kunkel
Voerde. Technischer Beigeordneter Wilfried Limke hält es für möglich, dass die entdeckten Brandschutzmängel noch in diesem Jahr behoben werden. Danach kann in der Dreifachhalle am Gymnasium Voerde wieder Sport getrieben werden.

Die Baustelle an der Dreifach-Sporthalle am Gymnasium, die von der Stadt vor etwa zwei Monaten nach Entdeckung von Brandschutzmängeln stillgelegt worden war, ruht noch immer - von längerer Dauer aber soll dieser Zustand nicht sein, wie aus dem Rathaus zu vernehmen ist. Der technische Beigeordnete und erste Betriebsleiter des Kommunalbetriebes (KBV), Wilfried Limke, erklärte, es noch für möglich zu halten, dass die Maßnahme in diesem Jahr zu einem Abschluss kommen könnte. Somit bestehe die Hoffnung, dass das Gymnasium im Januar wieder in die Halle kann. Der Bau wurde gesperrt, nachdem man bei Arbeiten zur energetischen Sanierung der Fassade festgestellt hatte, dass im Tragwerk der Halle - einer Stahlkonstruktion - "kein funktionstüchtiger Brandschutz" vorhanden ist.

Der fehlende Raum wurde zunächst dadurch kompensiert, dass der Sportunterricht draußen stattfand - was angesichts der ungewohnt langen sommerlichen Temperaturen möglich war. Jetzt fährt ein Shuttle-Bus die Schüler in die Stadtmitte zum Schulzentrum-Süd, wo sie die dortige Dreifach-Turnhalle für den Sportunterricht nutzen. Von der Hallensperrung ist auch die Handballabteilung der SV 08/29 Friedrichsfeld betroffen. Um ihre Spielzeit aufrecht erhalten zu können, weicht auch sie aus.

Noch ist die Rückkehr in die Halle am Gymnasium für alle Zukunftsmusik, denn die Arbeiten für das Nachrüsten beim Brandschutz sind bisher noch nicht vergeben. Der KBV habe zu den auszuführenden Arbeiten - auf die vorhandene Stahlkonstruktion müsse das entsprechende Feuerschutzmaterial aufgetragen werden - einige Termine mit Fachfirmen gehabt, man warte nun auf Angebote, erläutert Limke. Die Stadt hält es für sehr wahrscheinlich, dass die Mängel bereits vorlagen, als die Sporthalle errichtet beziehungsweise fertiggestellt wurde, der Brandschutz also schon den damals geltenden Anforderungen nicht entsprach. Auf den Kosten, die durch das Nachrüsten entstehen, wird die Stadt sitzen bleiben. Die Firma, die seinerzeit die Halle baute, gibt es nach Recherche der Stadt nicht mehr, wie Limke erklärte. Außerdem ist die Frist, bis zu der die Kommune Regressansprüche hätte geltend machen können, längst verjährt. Die Dreifach-Sporthalle wurde laut Limke Anfang der 70er errichtet, also vor mehr als 40 Jahren. Er geht davon aus, dass die ausführende Firma die Bauaufsicht in Händen hatte. Die Frage, ob der Stadt die Brandschutzmängel damals bei der Bauabnahme hätten auffallen müssen, verneint Limke. Bei der Bauabnahme könne und müsse nur "stichprobenartig" geprüft werden, selbst bei einer Bauteilprüfung hätte man die Mängel nicht notwendigerweise erkennen müssen, da sie an der Stelle nicht unbedingt feststellbar waren.

Fakt ist: Die Stadt muss den Schaden selbst regulieren. Limke hofft, dass die im Haushalt veranschlagte Summe für die Fassadensanierung Luft lässt, um zumindest einen Teil der Kosten für das Nachrüsten des Brandschutzes zu decken. Wie hoch der finanzielle Aufwand sein wird, kann er im Moment nicht sagen. Auch kann er aktuell die zusätzlichen Kosten nicht beziffern, die der Stadt durch den Shuttle-Busverkehr für die Schüler entstehen.

(P.K.)
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