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Voerde
Sportpark: Gegner hoffen auf Aus für Pläne

Voerde: Sportpark: Gegner hoffen auf Aus für Pläne
Im Babcock-Wald in Friedrichfeld soll der neuen Sportpark entstehen. Der Widerstand gegen diese Pläne nimmt nicht ab. FOTO: Peggy Mendel
Voerde. Sollte es bei der Inanspruchnahme des Areals im Friedrichsfelder Babcock-Wald bleiben, will der Naturschutzbund dagegen klagen. Von Petra Keßler

Um das Großprojekt Sportstättenverlagerung in den Babcock-Wald in Friedrichsfeld ist es seit der versagten Genehmigung der städtischen Pläne durch die Bezirksregierung Düsseldorf, was mittlerweile ein Jahr her ist, ruhig geworden. Schon bald aber könnte die Debatte um das umstrittene Vorhaben neue Fahrt aufnehmen - oder vielleicht auch nicht, da die Sache längst vorentschieden ist? Für den 31. Oktober ist der aktualisierte Sportbedarfsplan angekündigt, auf dem aufbauend die konkreten Anforderungen für den Sportstättenstandort Friedrichsfeld ermittelt werden sollen. Die spannende Frage ist nun, welche Folgen die Erkenntnisse für die Realisierung des Sportparks im Babcock-Wald hätten. Erste Zwischenergebnisse der Sportentwicklungsplanung wurden dem zuständigen Arbeitskreis im August vorgelegt, wozu Politik und Verwaltung allerdings Stillschweigen vereinbarten.

Ungeachtet dessen, was am Ende dabei herauskommt - die vehementen Gegner eines Sportparks im Babcock-Wald sind zuversichtlich, dass der Plan nicht mehr verfolgt werden wird. Für Frank Bosserhof vom Vorstand der Kreisgruppe Wesel des Naturschutzbundes (Nabu) ist das seit dem Nein aus der Landeshauptstadt Düsseldorf klar. Die Bezirksregierung habe an den Plänen der Stadt so viele Kritikpunkte angeführt.

Eine überarbeitete Planung hält er für wenig Erfolg versprechend, ändert ein Festhalten an dem Standort doch nichts daran, dass weiter Wald in Anspruch genommen würde. Insofern sei die Stadt auch schlecht beraten, dort andere, ähnliche Planungen anzustreben. Das Nabu-Mitglied weist auf die Bedeutung des Waldes als "Ausgleich für Klimaschwankungen" hin.

Auch die politischen Kräfte Grüne, Wählergemeinschaft Voerde (WGV) und Linke, die sich in den vergangenen Jahren massiv gegen eine Sportstättenverlagerung auf die besagte Fläche gestemmt und dabei immer wieder auf deren ökologische Wertigkeit hingewiesen haben, geben sich nun optimistisch, dass der Babcock-Wald nicht mehr auf der Agenda stehen wird. Das funktioniere schon aufgrund des erforderlichen Ausgleichs für den Wald nicht, der für das Vorhaben weichen müsste, erklärt WGV-Fraktionschef Christian Garden. Er sieht die Stadt Voerde im Sinne einer "klimaverantwortlichen Kommune" aufgerufen zu überlegen, wie sie der Bevölkerung den ökologischen Wert des Waldes vermittelt.

Grüne, WGV, Linke und Nabu sind sich zugleich aber auch einig, dass etwas für den Sport im Ortsteil Friedrichsfeld geschehen muss. "Das haben wir nie bestritten", sagt Joachim Kinder. Der Linke-Fraktionschef sieht für eine Sanierung der bestehenden Sportanlage nicht mehr die Hürden, mit denen seitens der Verwaltung immer argumentiert wurde. Kinder verweist auf Überlegungen der Bundesregierung, wonach die Modernisierung alter Sportanlagen künftig nicht mehr dazu führen soll, dass nach dem Umbau niedrigere Lärmgrenzen gelten. Sollte entgegen seiner Erwartung an einem Sportpark im Babcock-Wald festgehalten werden, will der Nabu seinen im August 2014 verkündeten Plan wieder aufnehmen, eine Normenkontrollklage zu erheben. Diese würde sich gegen den am Ende in Kraft tretenden Bebauungsplan richten.

Quelle: RP
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