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Dinslaken
Sprach-Scouts in Lohberg

Dinslaken. In dem Projekt "Sprache verbindet" des Rotary Clubs Wesel-Dinslaken bekommen Kinder aus Zuwandererfamilien Deutschunterricht. Auch die Mütter profitieren. Ober- und Mittelstufenschüler erteilen die Nachhilfe. Von Ulrich Schwenk

Die Lohberger Stadtteilmanagerin Lale Arslanbenzer spricht fließend Deutsch. 28 Jahre ist es her, dass die türkischstämmige Frau die Sprache zu lernen begann. Damals war sie 18. Heute sagt sie: "Ich habe Privatunterricht bei einer Deutschen genommen. Das war die beste Hilfe, die ich bekommen konnte." Aus dieser Erfahrung heraus knüpft Lale Arslanbenzer große Hoffnungen an das Projekt "Sprache verbindet" des Rotary Clubs Wesel-Dinslaken. Deutsche Oberstufenschüler geben Vor- und Grundschülern aus Zuwandererfamilien in Lohberg Unterricht in deutscher Sprache. Zugleich leisten sie einen Beitrag zur sozialen und kulturellen Integration, zum beiderseitigen Kennenlernen und Abbau von Hemmschwellen.

Soziales Engagement

Die 19 jungen Nachhilfelehrer aus Ober- und Mittelstufe, Scouts genannt, entstammen fast allesamt dem Gymnasium Hiesfeld. Hierauf fiel die Wahl der Rotarier, weil die Schule für ihr soziales Engagement bekannt ist und wegen ihrer Nähe zu Lohberg. Inzwischen haben sich zwei Schüler der Ernst-Barlach-Gesamtschule hinzugesellt. Um die Scouts auf die Aufgabe vorzubereiten, organisierten die Rotarier eine Schulung durch pädagogisches Personal. Als ständige Ansprechpartner für die Scouts, so genannte Paten, fungieren Mitglieder des Serviceclubs. Das Forum Lohberg als Projektpartner hat die ersten Familien vermittelt. "Die Resonanz auf unseren Aufruf war viel größer, wir wollen aber erst einmal in diesem Rahmen beginnen", erläutert Lale Arslanbenzer. Kontakt nahm sie über die Grundschule und die Kindergärten in Lohberg auf. Um die Bindung zwischen Scout und Schüler zu festigen, wird in einer Eins-zu-eins-Situation unterrichtet. "Dabei dürfen die Kinder nicht durch spielende Geschwister oder laufende Fernseher gestört werden", betont Rotary-Präsident Christian Gabrielse, fügt aber hinzu: "Mitgelernt werden darf wiederum immer." Lale Arslanbenzer vom Forum ist dieser Nebeneffekt besonders wichtig: "Wir werden darauf achten, dass die Mütter mit in den Unterricht einsteigen."

Spielerisch lernen

Der Sprachunterricht erfolgt spielerisch in maximal zwei Stunden pro Woche. Die Scouts erhalten pro Stunde acht Euro; eine Hälfte bringen die Familien auf, die andere die Rotarier. Der Club hat sich keinen Zeitrahmen gesteckt, das Projekt ist langfristig angelegt. "Ich finde die Unterrichtsidee toll", sagt Bernd Saalfeld, Leiter des Gymnasiums Hiesfeld. Weiter führt er aus: "Als die Rotarier auf mich zukamen, dachte ich sofort an unsere vielen sozialen Unternehmungen. Wie ich die Schüler kennen gelernt habe, schienen sie mir als Scouts sehr geeignet." Saalfeld brachte die Idee ein, das Projekt der Schülervertretung zuzuordnen: "Dadurch lernen sie, mit Kooperationspartnern zusammenzuarbeiten."

Quelle: RP
 
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