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Dinslaken
Stadtwerke profitieren von Steag-Gewinn

Dinslaken: Stadtwerke profitieren von Steag-Gewinn
Das Kraftwerk Walsum 10 hat wesentlich zum guten Geschäftsergebnis der Steag beigetragen. FOTO: Archivfoto
Dinslaken. Dinslakener Versorger erhält Eigenkapitalverzinsung von acht Prozent. 1,9 Millionen Euro werden direkt überwiesen. Von Heinz Schild

Der Steag-Konzern kann auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2014 zurückblicken, in dem er einen operative Ergebnis (EBITDA) von 390 Millionen Euro erreichte. Und davon profitieren auch die Stadtwerke Dinslaken. Denn das kommunale Unternehmen ist gemeinsam mit sechs weiteren Stadtwerken Eigentümer der Steag, die für das vergangene Jahr insgesamt 86 Millionen Euro an ihre Anteilseigner ausschüttet.

Als 2010 der Kauf der Steag anstand, gründeten die Gesellschafter die Kommunale Beteiligungsgesellschaft (KSBG). Diesem Konsortium gehören neben den Stadtwerken Dinslaken noch die Dortmunder Energie- und Wasserversorgung, die Energieversorgung Oberhausen sowie die Stadtwerke Dortmund, Bochum, Duisburg und Essen an. Vom Steag-Kaufpreis zahlte jeder Partner entsprechend seinem Geschäftsanteil 30 Prozent Eigenkapital ein. Die verbleibenden 70 Prozent wurden auf dem Kapitalmarkt finanziert.

70 Prozent der aktuellen Gewinnausschüttung erhält die KSGB, die Konsortiumsmitglieder erhalten 30 Prozent. Für das Dinslakener Versorgungsunternehmen bedeutet dies, dass es entsprechend seinem sechsprozentigen Gesellschafteranteil 1,9 Millionen Euro überwiesen bekommt, wie Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Thomas Götz gestern im RP-Gespräch erklärte. Das entspricht einer achtprozentigen Verzinsung des Eigenkapitalanteils. "Wir erhalten auch im vierten Jahr die Planausschüttung und sind mit unserer Beteiligung sehr zufrieden", so Götz weiter. In den ersten drei Jahren lag die Eigenkapitalverzinsung sogar bei 12 Prozent.

Dass die Steag so gut zahlen kann, liegt an den positiven Geschäftsergebnissen des Konzerns, zu denen auch die Kraftwerkssparte beigetragen hat, namentlich das Kraftwerk Walsum 10, dessen kommerzielle Inbetriebnahme im Dezember 2013 stattfand. Zudem konnten für Walsum 10 im vergangenen Jahr erstmals planmäßige Abschreibungen für ein vollständiges Geschäftsjahr in Höhe von über 46 Millionen Euro vorgenommen werden. Auch das Geschäftsfeld der erneuerbaren Energien, so Götz, der als Vertreter der Anteilseigner Mitglied des Steag-Aufsichtsrates ist, habe sich sehr erfreulich entwickelt und biete schöne Perspektiven.

Das Deutschlandgeschäft sieht Götz für die nächsten Jahre weiterhin "enorm unter Druck" stehen. Nicht umsonst legte die Steag etliche Effizienzprogramme auf.

Negativ für die Steag könnte sich die Ankündigung von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel auswirken, für Kohlekraftwerke, die 20 Jahre und älter sind, eine Klimaschutzabgabe einzuführen. Doch eine solche Abgabe hält der Dinslakener Stadtwerke-Geschäftsführer "weder für rechtmäßig noch für durchsetzbar", ja sogar für verfassungswidrig. Kraftwerke müssten diskriminierungsfrei betrachtet werden, unabhängig ob sie alt oder neu seien. Es gehe um die Frage, wie viel C02 man sich erlauben wolle und könne. Dr. Thomas Götz geht davon aus, dass hier eine "Lösung mit Augenmaß gefunden wird". Es könne nicht sein, dass durch solche Vorgaben zum Umweltschutz große deutsche Unternehmen zerschlagen würden, und man dann den Strom (auch Atomstrom) aus dem Ausland beziehen müsse.

Quelle: RP
 
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