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Dinslaken
Standortfrage ist weiter ungeklärt

Dinslaken: Standortfrage ist weiter ungeklärt
Die historische Heizzentrale der ehemaligen Zeche Lohberg FOTO: Kempken
Dinslaken. In die alte Heizzentrale im Kreativ.Quartier sollte eine Kindertagesstätte einziehen. Doch nun gibt es Zweifel an dem Projekt.

Das Gebäude der Awo-Kita an der Teerstraße ist sanierungsbedürftig. Die Stadt, Eigentümerin des ehemaligen Schulbaus, plant seit längerer Zeit den Umzug der Tagesstätte auf das alte Zechengelände. Dort soll die ehemalige Heizzentrale gekauft, umgebaut und erweitert werden. Doch nach der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses steht, wie berichtet, ein Fragezeichen hinter den Plänen: Denn im Umfeld, so hat sich herausgestellt, wird die RAG zwei Grubenwasserhebeanlagen errichten. Mit der Entscheidung über den Um- und Neubau will die Stadt nun warten, bis klar ist, welche Lärm- und Verkehrsbelastung von den Anlagen ausgehen und ob diese den Betrieb der Kita beeinträchtigen können.

Eine Kindertagesstätte in einem ehemaligen Industriekomplex hätte Modellcharakter und wäre schon etwas Besonderes, sagte der städtische Pressesprecher Horst Dickhäuser. Der Standort auf dem alten Bergwerksareal ist gewählt worden, um den alten Stadtteil und das neue Wohngebiet zusammenwachsen zu lassen. Am liebsten wäre es der Verwaltung gewesen, eine Kita auf dem Wohncluster zu bauen, erklärte Dickhäuser, aber das sei nicht möglich gewesen. In der Folge kam man auf das Industriegebäude.

Die Pläne für den Um- und Anbau der historischen Heizzentrale im Kreativ.Quartier liegen bereits vor: 2,4 Millionen Euro soll das Bauvorhaben kosten, der Ankauf des mehr als 3000 Quadratmeter großen Grundstücks wird mit 400 000 Euro beziffert.

Die Frage sei nun, so Dickhäuser, wie sehr die Kita dauerhaft von möglichen Lärmbelästigungen und Lkw-Verkehr betroffen wäre. Eine Tagesstätte, die von Baustellen umgeben ist, sei möglicherweise für Familien nicht so attraktiv. Das gelte es vor einer Investition zu berücksichtigen. Diese Fakten seien der Stadt vorher nicht bekannt gewesen.

Wann die Gespräche mit der RAG Montan Immobilien zu einer Entscheidung für oder gegen den Standort führen werden, konnte der Stadtsprecher gestern nicht sagen. Mit Blick auf den Zustand der Kita Teerstraße sollte eine Entscheidung aber bald fallen. Laut Ratsbeschluss werden die Eigenmittel für das Projekt in den Haushalten für die Jahre 2016 bis 2018 veranschlagt. Einen möglichen Alternativstandort hat man laut Dickhäuser noch nicht ins Auge gefasst.

(rme)
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