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Voerde
Starkregen: integriertes Konzept gefordert

Voerde: Starkregen: integriertes Konzept gefordert
Extreme Starkregen führen oftmals dazu, dass die Kanalisation das Wasser nicht mehr aufnehmen kann und die Fahrbahnen - wie hier die Gerhard-Malina-Straße in Dinslaken - überflutet werden. FOTO: RP-Archivfoto
Voerde. Bereits im vergangenen Jahr warnte Klaus Friedrichs, Vorsitzender des Arbeitskreises Sicherheit und Ordnung, vor den Folgen von Extremwetterlagen. Bei den Bürgern hat er ein Informationsbedürfnis zu dieser Problematik festgestellt. Von Heinz Schild

Klaus Friedrichs ist sich ziemlich sicher, dass vieles klein geredet wird nach dem Motto "Uns passiert schon nichts". Dabei haben die Starkregenfälle der vergangenen Tage dramatisch gezeigt, welch verheerende Auswirkungen sintflutartigen Niederschläge haben können. In Dinslaken hieß es Land unter, Keller liefen voll, in Hamminkeln drohte der Deich der Issel zu brechen. Friedrichs sieht es als Vorsitzender des Voerder Arbeitskreises Sicherheit und Ordnung weiterhin als wichtig an, für diese Problematik zu sensibilisieren, das Thema anzugehen, Überzeugungsarbeit bei Bürgern und in der Politik zu leisten.

Er macht sich für eine breitere Informationsbasis stark, plädiert für verstärkte Kooperation. "Wasserverbände, der Kreis Wesel und die Kommunen müssen an einen Tisch geholt werden, um ein integriertes Konzept zu entwickeln", sagt Friedrichs. Er erinnert an den Rotbach, der durch Dinslaken fließt und in Voerde in den Rhein mündet. Gemeinsam müssten beispielsweise Bereiche gefunden werden, in denen Polder angelegt werden können, die in der Lage sind, schadlos größere Mengen Wasser aufzunehmen, um Überflutungen in sensiblen Bereichen vorzubeugen. "Die Holländer nennen sie Opferpolder. Auch wenn sie eventuell nur alle 150 Jahre gebraucht werden, so kann es schon morgen soweit sein, dass wir bei Wetterlagen wie in den vergangenen Tagen für die Existenz solcher Polder dankbar wären", ist Klaus Friedrichs überzeugt.

Wichtig ist dem Vorsitzenden des kommunalen Arbeitskreises, dass die Bürger mitgenommen werden. "Sie sind es leid, dass bei extremen Regenfällen ihre Keller absaufen und Kanaldeckel hochfliegen. Der Bürger will zu dieser Problematik Fragen stellen und Antworten haben", sagt Friedrichs. Mindestens müsste eine Informationsveranstaltung angeboten werden. Die Bürger müssten beispielsweise darüber aufgeklärt werden, dass es ratsam sei, eine Elementarschadensversicherung abzuschließen. Denn oftmals seien sie für den Fall der Fälle nicht versichert und könnten nicht damit rechnen, dass der Staat finanziell einspringt. "Es hat sich gezeigt, dass der Klimawandel brutaler geworden ist. Die Dimensionen, wie wir sie jetzt erleben, hat sich so wohl keiner vorgestellt", sagt Friedrichs. Auf die neue Qualität der Regenereignisse müsse man sich daher einstellen und entsprechende Sicherungsmaßnahmen koordiniert vorbereiten.

Die Thematik Extremwetterlagen und Starkregen ist für den Arbeitskreisvorsitzenden nicht neu. Bereits Anfang des vergangenen Jahres hatte der sozialdemokratische SPD-Kommunalpolitiker im Gespräch mit der RP eindringlich gewarnt und einen sensibleren Umgang mit der Problematik eingefordert. Damals hatte er sich auf die sintflutartigen Regenfälle bezogen, die im Juli 2014 in Münster niedergingen, als innerhalb von nur eineinhalb Stunden 220 Liter Regen auf den Quadratmeter fielen. Das war der höchste in Deutschland gemessene Wert. Die angerichteten Schäden waren enorm. "So ein Starkregenereignis kann auch bei uns in Voerde passieren", hatte Klaus Friedrichs damals gesagt. Die Ereignisse der vergangenen Tage haben eindrücklich gezeigt, dass die Warnung des Kommunalpolitikers berechtigt war und auch weiterhin ist.

Quelle: RP
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