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Voerde
Stasi, Sekte, Spurensuche

Voerde: Stasi, Sekte, Spurensuche
Umgeben von Eulen und gespannten Zuschauern lasen die Autoren Renate Wirth und Thomas Hesse in der Buchhandlung "Lesezeit!" in Spellen aus ihrem neuen Niederrhein-Krimi vor. FOTO: RPO
Voerde. Zur ersten Lesung ihres neuen Kriminalromans "Die Eule" waren Thomas Hesse und Renate Wirth nach Spellen gekommen und begeisterten die Zuschauer mit einer Geschichte, die ihren Ursprung in der DDR hat. Von Florian Langhoff

Gespannt sitzen die die Zuschauer in der Buchhandlung "Lesezeit!" und lauschen der Geschichte, die das Autorenduo Renate Wirth und Thomas Hesse vor ihnen Ausbreitet. Von überall schauen große Augen auf Publikum und Kriminalautoren, denn im ganzen Laden sind bemalte Steine und Bilder von Eulen zu finden – auch auf dem Cover des neuen Niederrhein-Krimis "Die Eule", den das Autorengespann hier zum ersten Mal gemeinsam vorstellt.

Die Geschichte beginnt allerdings fern von Kopfweiden und Rheinauen in der ehemaligen DDR im Jahre 1960. Ein Gefangener wird in einer geheimen Stasi-Einrichtung zu seiner Hinrichtung geführt und geköpft. Die Leiche wird beseitigt, und alle Akten werden getürkt. Nur der zuständige Offizier Unterhagen prahlt im Alkoholrausch mit seiner Tat und setzt damit eine Kette von Ereignissen in Gang. Diese erreicht auch das Ermittler-Team von Komissarin Karin Krafft am Niederrhein. Denn hier rast ein Amokfahrer mit einem Lkw in eine Gruppe von Pilgern. Die gehören einer Sekte an, die nun ins Visier der Kriminalbeamten gerät – außerdem führt eine Spur ins thüringische Erfurt.

Neuer Kommissar

Nebenbei bekommen die niederrheinischen Ermittler einen neuen Kollegen. "Gero von Aha", stellt sich der Neue vor. "Mit der Betonung auf dem ersten Vokal: Aha wie Uhu." Der extravagante Ermittler macht sich dann auch direkt auf eigene Faust an die Spurensuche in der ehemaligen DDR und läuft dabei Autonomen und zwielichtigen Computerexperten über den Weg. Da muss er sich auch schon mal als "Faschist" beschimpfen lassen. Doch auch am Rhein geht nicht alles mit rechten Dingen zu. Denn hier scheint die Sektenführerin zu Methoden zu greifen, die man eher von einem Geheimdienst oder der Stasi erwarten würde: Die Verfehlungen der Sektenmitglieder werden in roter Schrift gespeichert, Informanten lobend erwähnt.

"Uns lag bei diesem Buch am Herzen, nicht nur einfach einen Krimi zu schreiben", sagt Thomas Hesse. Dem Buch liegt eine wahre Geschichte zugrunde. "Es ging uns um den Hintergrund. Natürlich ist auch viel Fiktion dabei", sagt er. In Erfurt selbst leisteten die Autoren einiges an Recherchearbeit. "Ich stand selbst in einer Isolationszelle. Das war ein enges Loch, in das nur durch einen Glasbaustein Licht drang", erzählt Thomas Hesse von seinem Besuch in einem Stasi-Gefängnis.

Das sind Eindrücke, die sich zum Teil auch im Buch wiederfinden, was die Geschichte zu mehr als einem Niederrhein-Krimi macht. Viele der Besucher der Premieren-Lesung waren davon so angetan, dass sie sich direkt ein Exemplar von "Die Eule" kauften.

Quelle: RP
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