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Dinslaken
Steinhoff-Walzen auf allen Kontinenten

Dinslaken. Der Exportanteil des traditionsreichen Dinslakener Familienunternehmens liegt bei rund 75 Prozent. Von Heinz Schild

Gefertigt werden sie im Werk an der Gerhard-Malina-Straße in Dinslaken und von dort aus in die Welt transportiert: Kaltwalzen aus dem Hause Steinhoff. Der Exportanteil des Familienunternehmens mit seiner mehr als 100-jährigen Tradition liegt bei rund 75 Prozent. Hauptexportland ist inzwischen Russland, gefolgt von Indien, China und Korea. In diesem Jahr werden in den Steinhoff-Werkshallen insgesamt rund 2800 Kaltwalzen produziert, die zwischen 100 Kilogramm und 12,5 Tonnen wiegen. Eingesetzt werden sie in der Stahl-, Aluminium- und der NE-Metallindustrie, überall dort, wo Metalle gewalzt werden: seien es Karosseriebleche für die Automobilhersteller, Weißbleche für die Dosenindustrie oder Alufolien für den Verpackungssektor. Es ist mehr als eine firmeninterne Redensart, dass mindest einmal am Tag jeder mit einem Produkt in Berührung kommt, das mit den Walzen aus Dinslaken hergestellt worden ist.

Von einem ursprünglich handwerklich orientierten Betrieb hat sich die Firma Steinhoff im Laufe ihrer Geschichte zu einem Industrieunternehmen entwickelt, das sich immer noch als ein Familienbetrieb versteht und von der Eigentümern geführt wird. Die Anfänge reichen weit zurück, bis ins Gründungsjahr 1908, als in Dinslaken die "Niederrheinische Gußwalzen-Fabrik" von Wilhelm Gründelbach gegründet wurde. Sechs Jahre später übernahm Friedrich (kurz Fritz) Steinhoff als neuer Besitzer und Geschäftsführer den Betrieb.

Der Sohn des Schlossers Karl Steinhoff und dessen Frau Karoline war ein Mann vom Fach und arbeitete als Dreher. Geboren in Dortmund war er nach Dinslaken gezogen, um im Walzwerk an der Thyssenstraße zu arbeiten, und befasste sich mit der Verbesserung der Walzentechnologie. Er machte sich dann selbstständig und gründete die Firma "Fritz Steinhoff, Spezialfabrik für gehärtete Gußstahlwalzen in Hiesfeld". Als neue Inhaber der "Niederrheinischen Gußstahlwalzen-Fabrik" verlegte er den Firmensitz zum Gaswerk an der heutigen Gerhard-Malina-Straße. Der Betrieb entwickelte sich und überstand die beiden Weltkriege, die Einschnitte in der Unternehmensgeschichte markierten. Nachdem er zwei Jahrzehnte lang als Geschäftsführer an der Spitze seines Betriebs gestanden hatte, übergab Friedrich Steinhoff die Leitung des Unternehmens im Jahre 1935 an seine beiden Söhne. Später wurde die Firma in "Steinhoff und Söhne GmbH" umbenannt. Heute wird das Familienunternehmen gemeinsam von den Vettern Otto und Karl Steinhoff geführt.

Kaltwalzen aus Dinslaken sind inzwischen auf allen Kontinenten in mehr als 100 Ländern der Erde im Einsatz. Das Unternehmen erlebte Höhen und Tiefen, den Mitarbeitern wurde in wirtschaftlich schweren Zeiten so manches Opfer abverlangt. Auch die Wirtschaftskrise ging an Steinhoff nicht spurlos vorüber. Das Unternehmen ist momentan "gut beschäftigt", wird in diesem Jahr voraussichtlich 20 Prozent mehr Umsatz machen, was dennoch nicht für ein positives Ergebnis ausreichen wird. In 2016 soll der Umsatz deshalb nochmals um über zehn Prozent gesteigert werden und damit in der Jahresbilanz eine schwarze Null ermöglichen, wie Otto Steinhoff sagte.

Um sich am Markt auch weiterhin gegen eine starke Konkurrenz (der größte Kaltwaltzensproduzent weltweit ist in China ansässig und beschäftigt rund 7000 Mitarbeiter) zu behaupten, setzt Steinhoff auf "Technologie und Service rund um die Walze". Neue Werkstoffe und neue Verfahren werden deshalb in Dinslaken erprobt. Das firmeneigene Technologiezentrum besteht inzwischen aus zwölf Mitarbeitern. Durch seinen exzellenten Service will der Betrieb noch näher an seine Kunden heranrücken und sich so von der Konkurrenz abheben. Aktuell beschäftigt das Unternehmen 165 Mitarbeiter sowie 25 eigene Auszubildende. Sechs Lehrlinge anderer Firmen befinden sich in der Verbundausbildung beim Dinslakener Kaltwalzenhersteller.

Quelle: RP
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