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Dinslaken
Stockbrotessen am wärmenden Lagerfeuer

Dinslaken. Mädchen und Jungen des Barbara-Kinderheims Duisburg organisierten ein Fest für Lohberger Kinder.

"Herzlich Willkommen", hieß es am Samstag auf einem selbst gemalten Plakat am Marienplatz im Herzen Lohbergs. In den Häusern der offenen Tür, einer Einrichtung der Caritas für Kinder und Jugendliche, duftet es süß nach Waffeln und Kinderpunsch, die Tische sind herbstlich gedeckt. Bunte Teelichter erinnern mit ihrem warmen Licht, dass es Herbst geworden ist. Es herrscht eine aufgeregte Stimmung, bis es endlich losgeht.

"Die Kinder aus Lohberg waren schon vor der Tür, bevor wir überhaupt da waren", sagt Gunnar Brock, Leiter des Sankt-Barbara-Kinderheims der Caritas Duisburg, schmunzelnd. Die fünf- bis 15-jährigen Vertreter der jeweiligen Wohngruppen hatten vor einem halben Jahr damit begonnen, das Projekt Herbstfest zu planen. Nach vielen Überlegungen, wie man benachteiligten Kindern helfen könne, sei die Wahl bei der Abstimmung auf Dinslakens Stadtteil Lohberg gefallen, erzählt einer der Jungen.

Unterstützt von Rebecca Radmacher, die das seit zwei Jahren bestehende Projekt "young caritas im Ruhrbistum" leitet, entstand in Regie der Kinder und Jugendlichen dieses Herbstfest, bei dem nicht nur Fußball, sondern auch Dosenwerfen und Torwandschießen angeboten wurde. Das Sankt-Barbara-Kinderheim hat eine lange Tradition in Duisburg und gibt Kindern in schwierigen Lebenssituationen ein Zuhause.

Ein 13-jähriger Junge leitet das Fußballturnier. Aber worauf er sich am meisten freut, sind die Nussecken, die er mit den anderen zusammen selbst gebacken hat und die "in der ganzen Einrichtung bekannt sind", ergänzt Brock stolz. Nicht weniger schön klingt, was ein 17-Jähriger zu sagen hat. Er wünscht sich vor allem, dass es den Kindern gefällt. "Wir haben alles, was wir wollen, und andere vielleicht nicht", sagt er.

Die Kontakte zu anderen seien ihm heute wichtig und auch bei den jungen Waffelbäckern (elf und 16 Jahre) ist eine besondere Offenheit spürbar. Eifrig hantieren sie mit dem heißen Waffeleisen und versorgen die Besucher mit dem warmen Gebäck.

Besonderer Anziehungspunkt ist das Lagerfeuer, an dem Stockbrot gebacken wird. Hier sind vor allem die Kleinsten anzutreffen, die mit ein wenig Unterstützung ihr Brot geduldig ins Feuer halten. Aber auch das Glücksrad ist beliebt, bei dem es Kleinigkeiten zu gewinnen gibt.

Alles natürlich kostenlos. Den ganzen Nachmittag über kommen und gehen Kinder am Marienplatz ein und aus. Sogar die Sonne spielt mit, als wisse sie die Mühe der Jugendlichen zu schätzen. Zum Ende des Festes präsentiert eine Tanz-Workshop-Gruppe ihre eingeübte Performance. Und einmal mehr wird klar: Wenn das Leben dir eine Zitrone gibt - mach Limonade draus!

(S.G.)
 
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