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Dinslaken
Superstimmung beim Syls-Festival

Superstimmung beim Syls-Festival 2015 in Dinslaken
Zehn Jahre Syls-Festival: Am Freitag traten im Burgtheater unter anderem Convictive auf. FOTO: Heiko Kempken
Dinslaken. 15 lokale Bands und Besucherscharen im vierstelligen Bereich feierten zwei Tage lang im Burgtheater.

Wenn der lokalen Bandszene einer Stadt ein eigenes, zweitägiges Festival gewidmet werden kann, ist das jedes Jahr aufs Neue ein Grund zu feiern. Zehn Jahre sind jedoch noch einmal ein ganz besonderer Anlass, das Syls, das an diesem Wochenende wieder die Scharen ins Burgtheater lockte, zu würdigen. Hier gute Gründe, dem "Support your local scene"-Festival 2015 noch - mindestens - zehn weitere folgen zu lassen.

Der Name ist schon Konzept. 15 Bands, davon zwei Drittel aus Dinslaken und Voerde, hatten am Freitag und Samstag die Chance, sich und ihre Musik in der Kulisse des Burgtheaters zu präsentieren. "Darauf haben wir uns den ganzen Sommer über gefreut", so Maurice Piron, Sänger von Crash Down. Das Syls ist nicht nur Dreh- und Angelpunkt für alle, die sich einen Überblick über Dinslakener Bands verschaffen wollen, sondern ein Szenetreffpunkt. Man kann sich darauf verlassen, hier (Ex-)Dinslakener* zu treffen, die man sonst vielleicht das ganze Jahr nicht sieht.

Einer dieser Dinslakener, die ihre alte Heimat nicht vergessen, ist Wittek. Der Comiczeichner hat nicht nur ein weiteres Mal das Plakat fürs Syls entworfen, er hatte an beiden Tagen einen Stand im Wandelgang des Burgtheaters, wo er sowohl für die Bands wie für die Syls-Gänger zeichnete. Die nahmen also im Jubiläumsjahr nicht nur die musikalischen Eindrücke, sondern auch Comic-Kunst mit nach Hause. Und das alles umsonst und draußen: Wo sonst gibt es so etwas?

Wittek war der wohl sichtbarste Unterstützer des Syls. Die anderen Helfer organisierten einen reibungslosen Ablauf im Backstagebereich und während der Umbaupausen auf der Bühne. Die Syls-AG, die im Frühjahr mit dem Auswahlverfahren der Bands anfängt, stellt das Festival ehrenamtlich auf die Beine.

Hinzu kommt soziales Engagement für die Gemeinde Mirembe Maria in Uganda. Das "Pfandland", das den Müll rund ums Burgtheater in Spendengelder für Afrika verwandelte, konnte dieses Jahr nicht gestemmt werden, dafür wurden Festival-Bändchen für einen Euro verkauft.

Das Syls ist integrativ. Der Auftritt der Fudies gehört zum Festival wie die Feuerwehrkapelle zu Wacken. Und eigentlich sind auch die Fudies ohne Sänger Christian undenkbar. Der verpasste allerdings den Auftritt. Sängerin Corinna meisterte die Situation souverän. Und für einen Song übernahm Gitarrist Michi das Mikro.

Das Syls ist die große Plattform für die Newcomer und Durchstarter der lokalen Szene. Bestes Beispiel in diesem Jahr: der grandiose Auftritt von Beginning of a Universe. Präzises Metalgewitter, das nicht nur den Frontmann der Dinslakener unter Strom setzte, sondern auch die Fläche im Wechsel zu Circle Pits und Wall of Death sprengte. Eigentlich gibt es ja keine Zugaben, aber diese Spannung musste sich in mehr Musik als vorgesehen entladen. Growlen (zur Erklärung: tiefe und sowie aggressiv-helle, meist geschriene Laute) können auch Mädchen gut, das stellte die Sängerin der Black Metaller von Convictive im schärfsten Kontrast zu ihrer Sprechstimme eindrucksvoll unter Beweis.

Der Punk gehört zum Syls. Und die Stimme gegen Rechts, die Weekly Carouse erhoben, darf nicht schweigen. Lieder wie "Was macht ihr in meiner Stadt" sind aktueller denn je.

"Refugees welcome", Flüchtlinge sind willkommen, erklärten daher auch die Penny Pinchers bei ihrem bereits vierten Auftritt im Burgtheater. Sie spielten am Samstag als vorletzte Band vor beeindruckenden rund 1500 Zuschauern.

Super Stimmung, Superhelden. Trust God Simon haben wieder einmal alle Register gezogen und mit der durchgeknalltesten Show des Festivals dem Jubiläums-Syls ein Top-Finale beschert. Als "Retter der Jugend-DIN-Tage" im Stadtpark-Umfeld schlüpften sie in Capes und Masken und holten Freiwillige für Spielchen auf die Bühne.

(bes)
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