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Dinslaken
Taugen Jungen für die "Frauenberufe"

Dinslaken: Taugen Jungen für die "Frauenberufe"
FOTO: Markus Joosten
Dinslaken. Der "Boys' Day" soll Jungen über Geschlechterrollen nachdenken lassen.

Ein kleines Quiz zu Beginn: "Ich möchte mich später hauptsächlich um die Kinder und den Haushalt kümmern", wie viel Prozent haben das bei einer Umfrage unter jungen Männern gesagt? 8, 24 oder 43 Prozent? Die Jungs, die im ND-Jugendzentrum zusammengekommen sind, tippen lachend fast alle auf die niedrigste Zahl, und selbst die erscheint ihnen noch zu hoch. Tatsächlich ist es aber ein Viertel, so die Auflösung. Die Teenager wundern sich - nicht zum letzten Mal am gestrigen "Boys' Day".

Zum dritten Mal wird die Veranstaltung vom Jungenarbeitskreis Dinslaken angeboten, rund 80 Schüler aus achten Klassen sind gekommen. Mit der Aktion soll den Jungen gezeigt werden, dass auch sie vermeintliche "Frauenberufe" ergreifen können, ganz selbstverständlich. Vertreter der Krankenpflegeschule Duisburg sind da, ein Maler, ein Verwaltungsangestellter, ein Raumausstatter. Damit geht der "Boys' Day" in die gleiche Richtung wie der viel bekanntere "Girls' Day", allerdings führt die Diskussion über den Job hier noch zu einem anderen Thema. "Die Jungs sollen sich Gedanken darüber machen, was sie in ihrem Leben erreichen wollen", erklärt Organisator Thomas Zenge-Wesendonk. "Welcher Typ von Mann bin ich? Bin ich wirklich handwerklich begabt, oder meine ich nur da zu sein, weil ich ein Mann bin?" Diese Fragen sollen sich die Teilnehmer beispielsweise stellen. Und beim "Boys' Day" treffen sie auf Männer, die schon Antworten darauf gefunden haben. Auch zwei Feuerwehrleute sind gekommen. Kein Beruf, in dem viele Frauen tätig sind, "aber es ging uns darum, dass die Leute hier verschiedene Typen repräsentieren", erklärt Zenge-Wesendonk. "Es sind Menschen dabei, die auch mal einen Wendepunkt in ihrem Leben hatten." Einige der Jungen sind tatsächlich noch engstirnig. "Willst du zum Krankenpfleger gehen, oder was?" blufft einer den anderen an. Doch gibt es auch reflektiertere Meinungen. "Jeder soll das machen, woran er Spaß hat, Koch werden zum Beispiel", sagt der 14-jährige Sven. Diese Idee gefällt seinem Mitschüler Justin. "Das kommt ja auch gut bei Frauen an."

(za)
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