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Dinslaken
Tausende Anfragen im Jahr

Dinslaken: Tausende Anfragen im Jahr
Ulrike Grabowski kümmert sich um die zahlreichen Anfragen, die in der Verbraucherzentrale eingehen. FOTO: Büttner, Martin (m-b)
Dinslaken. Die Verbraucherzentrale in Dinslaken war im vergangenen Jahr gut ausgelastet. Mehr als 6000 Anfragen mussten bearbeitet werden.

Ob Billigstromanbieter Neukunden mit einem dubiosen Bonus köderten, E-Mails mit gefälschten Rechnungen namhafter Unternehmen im Umlauf waren oder Kreditinstitute die Erstattung unzulässiger Kreditbearbeitungsentgelte verweigerten: 6347 Anfragen und Kontakte zeigen, dass die Verbraucherzentrale in Dinslaken auch im vergangenen Jahr erste Anlaufstelle bei Verbraucherproblemen war. Ständige Herausforderung für das Team an der Duisburger Straße, auf aktuelle Entwicklungen schnell zu reagieren.

"Eine Nachfragewelle schwappte in die Beratungsstelle, nachdem der Bundesgerichtshof entschieden hatte, dass Bearbeitungsentgelte für Darlehen unzulässig sind", berichtet Beratungsstellenleiterin Ulrike Grabowski. Ratsuchende wollten wissen, für welche Darlehnsverträge Erstattungen möglich sind, welche Verjährungsfristen gelten und erkundigten sich nach Rückforderungsmodalitäten. Insbesondere wurde Unterstützung gesucht, weil Kreditinstitute massenhaft versuchten, die Erstattung mit fadenscheinigen Argumenten zu verweigern. Mit Musterbriefen und ausgeweitetem Beratungsangebot wurde der Weg zum Recht gebahnt.

Wieder einmal standen bei vielen außergerichtlichen Rechtsberatungen und -vertretungen Probleme mit Telekommunikationsanbietern im Mittelpunkt: Zumeist ging es um nicht nachvollziehbare Posten in der Rechnung oder um Probleme bei der Kündigung von Verträgen. Oftmals gab es mit den Unternehmen gleich mehrere Probleme.

Zu schaffen machten Phishing-Mails: T-Online- und Amazon-Kunden, Inhaber einer Master-Card oder Nutzer von Pay-Pal-Konten hatten zuhauf unerwartete E-Mails erhalten, die angeblich von ihrem Anbieter stammten und die mit fadenscheinigem Inhalt geheime Zugangsdaten abfischen wollten. Die Maschen der Betrüger waren alle ähnlich: Sie versuchten mit angeblichen Sperrungen, Einschränkungen, Unregelmäßigkeiten oder Fremdzugriffen in Angst und Panik zu versetzen und zur Preisgabe zu verleiten. Dabei erreichten die als Rechnung getarnten Phishing-Mails eine neue Qualität: Immer häufiger enthielt die digitale Post im Anschreiben die korrekten Namen der potenziellen Opfer.

Während die Absender der falschen Rechnungen früher meistens nur allgemein aufgefordert hatten, auf Webseiten Kontodaten oder Passwörter zu hinterlassen, wurden die E-Mail-Empfänger nun vermehrt auch mit persönlicher Anrede zum Öffnen des Anhangs oder zum Anklicken eines Links in der Mail aufgefordert. Dabei wurde dann ein Trojaner verbreitet, der unbemerkt Passwörter fürs Onlinebanking abgreifen kann. "Durch die persönliche Adressierung nahmen die Cyberkriminellen eine neue Stufe arglistiger Täuschung", bilanziert Ulrike Grabowski. Bis zu drei Anfragen täglich erreichten die Beratungsstelle zum Thema Phishing.

Rat war gefragt, wenn es beim Stromanbieterwechsel hakte oder Versorger versuchten, ihre Kunden mit unzulässigem Geschäftsgebaren zu übervorteilen. Dauerärgernis: Neukunden von Billigstromanbietern wurden zunächst Bonuszahlungen versprochen, diese dann aber mit fadenscheinigen Argumenten verweigert. Ärger brach sich auch Bahn, wenn Billigstromanbieter ihren Kunden die Guthaben aus Jahresrechnungen nicht wie vorgeschrieben sofort auszahlten, sondern erst mit den nächsten Abschlägen verrechneten. "Mit der Aktion ,Stromanbieterwechsel - aber sicher' haben wir aufgezeigt, wie man sicher wechseln und zugleich sparen kann", so die Beratungsstellenleiterin.

Die Öffnungszeiten der Dinslakener Beratungsstelle: Montag 10 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr, Dienstag und Freitag jeweils 9 bis 14 Uhr, Donnerstag 10 bis 13 Uhr und 14 bis 18 Uhr. Kontakt: Telefon 02064 4564701 oder per E-Mail: dinslaken@vz-nrw.de

Quelle: RP
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