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Voerde
Thema Bäder: Noch viele Fragezeichen

Voerde. SPD sieht das Frei- und Hallenbad geradewegs auf den Abgrund zudümpeln. Von Petra Keßler

Die Frage, ob die Stadt beim Betrieb ihrer Bäder möglicherweise - wie von der SPD-Fraktion beantragt - betretene Pfade verlässt, wird in diesem Jahr wohl nicht mehr beantwortet. Die Verwaltung beschäftigen zunächst einmal vordringlich konkrete Projekte. Dazu zählt unter anderem die Sportplatzsanierung in Friedrichsfeld. Dafür müssten nun die Weichen gestellt werden, betonte gestern Bürgermeister Dirk Haarmann. Die Baumaßnahme, die Voerde zu 90 Prozent mit Fördermitteln des Bundes finanzieren kann, ist in einem vorgegebenen Zeitrahmen zu realisieren. Bis Ende 2018 müsse "alles fertig sein", erinnert der Verwaltungschef. Das Thema Bäder sei dadurch aber auch nicht auf Eis gelegt, es werde regelmäßig weiter bearbeitet, aktuell aber nicht in der Intensität.

Der Vorstoß der SPD, den gültigen Beschluss aus der vorherigen Wahlperiode des Stadtrates zu überdenken und eine Kombilösung auf dem Freibadgelände in Voerde-Mitte anzustreben, stieß vor einer Woche in dem Gremium auf Vorbehalte: So merkte die CDU an, dass bislang kein Investor gefunden wurde, der dort ein Kombibad bauen wolle. Die Wählergemeinschaft (WGV) kritisierte, dass eine solche Entscheidung zu Lasten des Standortes Friedrichsfeld gehe, wo sich das Hallenbad heute befindet. Am Ende einigte sich eine große Mehrheit im Stadtrat dann doch darauf, das Thema im Arbeitskreis "Sport" zu behandeln.

In Anbetracht der gültigen Beschlusslage sieht die SPD das Frei- und das Hallenbad geradewegs auf den Abgrund zudümpeln, wie Fraktionsvize Bastian Lemm betonte. Seine Fraktion halte den Bau eines neuen Bades auch angesichts des "deutlich geringeren Unterhaltungsaufwandes" für zielführender als das aktuelle Vorgehen. Der Bürgermeister bringt zudem die Betriebskosten ins Spiel: Die könnten bei einem Bad auf neuestem technischen Stand deutlich gesenkt werden. Ob dies bei einer Sanierung im Bestand auch der Fall wäre, sei die Frage.

Was die Realisierung eines Kombibades betrifft, verfolgt die SPD den Ansatz, im Rahmen kommunaler Töchter zu denken und dabei auch über den eigenen Tellerrand zu schauen. Konkreter wollte sich Lemm noch nicht äußern. Auch der Bürgermeister hält es für "viel zu früh", über mögliche Betreibermodelle nicht reden. Zielvorgabe, betonte Fraktionsvize Lemm, sei für die SPD ein "verlässliches und qualitativ angemessenes Bad". Es müsse ein vernünftiges Paket geschnürt werden - mit Preisen, die das neue Bad für die Bürger nicht unattraktiv machen, betonte Haarmann.

Das Argument der WGV, dass mit einer Aufgabe des Hallenbades der Stadtteil Friedrichsfeld abgewertet würde, ließ er nicht gelten: Solche Fragen will er nicht im "Stadtteildenken" diskutiert, sondern "gesamtstädtisch" betrachtet wissen - unter anderem auch gemessen an der Attraktivität des Standortes.

Auch hält Haarmann einen Neubau auf der Freibadfläche für leichter realisierbar. Als Argument führt er das Schulschwimmen an, das die Stadt in der Bauphase im eigenen Hallenbad gewährleisten könnte. Gleiches gelte für das Vereins- und das öffentliche Schwimmen. Im Fall einer Hallenbad-Sanierung könnte die Kommune dies außerhalb der Freibadsaison nicht. Das Schulschwimmen könne sie angesichts dortiger Kapazitätsgrenzen nicht ohne weiteres in andere Kommunen verlagern.

Quelle: RP
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