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Dinslaken
Tom und Jakob erklären die Festung

Dinslaken: Tom und Jakob erklären die Festung
Als Museumsführer sind sie schon zwei alte Hasen: Vor vier Jahren, im Januar 2012, begannen Jakob Hochstrat (links) und Tom Biesemann damit, Kindern die damalige Sonderausstellung über Friedrich den Großen zu erklären. Jetzt bringen sie Gästen die Geschichte der Zitadelle nahe. FOTO: Ekkehart Malz
Dinslaken. Zum Stadtjubiläum ein Stück Geschichte für die ganze Familie: Zwei Schüler (14 und 15) nehmen Jung und Alt mit auf einen besonderen Zitadellen-Rundgang. An neun Stationen gibt's in einer Stunde Spannendes aus 200 Jahren. Von Fritz Schubert

Warum er gerne Gruppen durchs Preußen-Museum oder die Zitadelle führt, kann Jakob Hochstrat 15) schnell erklären: "Es macht Spaß, mehr zu wissen als die anderen, und man lernt selbst etwas." Auch fällt dem KDG-Schüler aus Obrighoven keine Frage von Gästen ein, die er und sein Kollege Tom Biesemann (14, AVG) aus Büderich nicht hätten beantworten können. "Vielleicht, weil so eine bisher noch nicht gestellt worden ist", schiebt Jakob nach, ohne einen Deut an Selbstbewusstsein einzubüßen. Nicht minder gelassen geht Tom die Sache an. Denn als Museumsführer sind sie alte Hasen: Im Januar 2012 begannen sie damit, Kindern die damalige Sonderausstellung über Friedrich den Großen im Preußen-Museum zu erklären. Jetzt bringen sie Gästen die Geschichte der Zitadelle nahe. Erwachsene zahlen zwei Euro, Kinder und Jugendliche tauchen kostenlos in die Geschichte der Festung Wesel ein.

Auch mit der Historie der Festung von 1700 bis 1900 kennen die beiden Jungs sich aus. Sie haben schon mehrere Gruppen geführt, können improvisieren oder plötzliche Einfälle geschickt in die Vorträge einbauen, wie Helmut Langhoff, wissenschaftlicher Referent des Preußen-Museums, erklärt. Natürlich ist alles geübt und erprobt, aber jeder Tag ist anders und jede Gruppe auch. Gespannt sind alle auf die Zusammensetzungen. Sind es überwiegend Kinder oder mehr Erwachsene? Je nach dem wird das zu Erzählende angepasst.

Die Zitadelle mit den teils sehr imposanten Gebäuden ist ein ideales Gelände für einen kurzweiligen Trip in die Garnisonsgeschichte der Stadt. Neun Stationen werden in der Führung angesteuert. Das Haupttorgebäude bietet die ersten Attraktionen. Durch dies geht es zunächst einmal hinaus auf die Stadtseite zum Graben und zur Brücke, sodann über den Fußweg rechtsrum hinauf zum Orillon und zu einer Kasematte, um die Baeckerey an der Schillstraße herum wieder ins Innere zu den Geschützen und zum Körnermagazin.

Das Ganze löst sich wieder an der Schill-Kasematte auf und führt im besten Fall dazu, dass die Gäste nun so auf den Geschmack gekommen sind, dass sie dieses Museum nun auch noch besuchen. Inhaltlich geht es auf dem streckenmäßig kurzen, etwa einstündigen Gang um die vielen Besonderheiten der Zitadelle. Die noch erhaltenen Baudenkmale des einst riesigen fünfzackigen Sterns stammen aus unterschiedlichen Epochen und dienten verschiedenen Zwecken. Niederländische Einflüsse leiteten im ausgehenden 17. Jahrhundert die brandenburgisch-preußische Wehrarchitektur ein. Auch die napoleonische Herrschaft hat Spuren aus der Zeit von 1808 bis 1811 hinterlassen. In seiner Gesamtheit gibt es dazu in Nordrhein-Westfalen nichts Vergleichbares. Die Termine für die Führungen zum Stadtjubiläum: Termine: 29. Mai und 19. Juni, ferner eine ganze Reihe am 3. Juli (Tag des "White Dinners" in der Zitadelle) sowie am 10. Juli.

Jakob Hochstrat denkt übrigens schon an die Zeit nach dem Abi und möchte ein Praktikum im Museum machen.

Quelle: RP
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