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Dinslaken
Trabrennbahn: Die CDU bleibt am Ball

Dinslaken. Obwohl sie mit ihrem neuerlichen Vorstoß, das Gelände am Bärenkamp für Wohnbebauung zu nutzen, auf Proteste gestoßen ist, lässt die CDU nicht locker. Fraktionschef Heinz Wansing verteidigte gestern noch einmal den Vorschlag. Von Jörg Werner

Die Idee ist nicht neu. Dinslakens Baudezernent hat sie schon vor längerer Zeit ins Gespräch gebracht. Die CDU-Fraktion hat sie jetzt wieder aufgenommen und beantragt, dass das Gelände der Trabrennbahn, das der Stadt gehört, für den Wohnungsbau genutzt werden sollte. Dafür hat sie zum Teil heftige Schelte bekommen. Das hält den CDU-Fraktionsvorsitzenden Heinz Wansing aber nicht ab, die Überlegungen weiter voranzutreiben. In einer Pressemitteilung schreibt wer: "Sicherlich haben wir mit unserem Antrag ein Thema aufgeworfen, das mit vielen Emotionen verbunden ist, aber die abenteuerlichen Verschwörungstheorien, die in den vergangenen Tagen verbreitet wurden entbehren jeder Grundlage."

Die CDU-Fraktion wisse sehr wohl, dass der Trabrennverein einen gültigen Vertrag bis 2035 hat und den akzeptiere sie auch. Dennoch halte sie es für möglich, eine einvernehmliche Lösung zu finden die die Stadt in die Lage versetzt, früher über die Flächen zu verfügen. Die Entwicklung eines so riesigen Areals werde ohnehin viele Jahre in Anspruch nehmen. Also werde der Trabrennverein in den nächsten Jahren dort Trabrennen veranstalten können.

Für die Zukunft allerdings schwebe der CDU-Fraktion aber dort etwas anderes vor - entgegen anderer Behauptungen aber kein Luxuswohnquartier. Wer etwas anderes behauptet, müsse dafür den Beweis antreten. Die CDU-Fraktion wolle attraktive Wohnbebauung für die breite Schicht der Bevölkerung. Und dazu gehöre ein hoher Anteil sozial geförderter, auch barrierefreier Wohnungen. Wenn man wisse, dass über die Hälfe aller Bürger Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein hat, werde klar, dass die CDU-Fraktion bei ihren Bebauungsüberlegungen über Wohnraum für Normalverdiener, den größten Teil unserer Bevölkerung, und über wirklich arme Leute spreche. Als Eigentümerin der Fläche habe es die Stadt in der Hand, nicht an den Höchstbietenden, sondern an einen Bauträger zu verkaufen, der bezahlbaren Wohnraum garantiert. Die CDU-Fraktion denke dabei insbesondere an die Wohnbau Dinslaken. Beim Verkauf der Flächen müsse die bedarfsgerechte Entwicklung im Vordergrund stehen, nicht der höchste Zufluss in die Stadtkasse. Bei der möglichen Entwicklung solle die Bürgerschaft stark eingebunden werden. Die Entwicklung und Gestaltung der Flächen sollen zur Bereicherung des Stadtbildes führen und allen Bürgern zugutekommen. Auf dem Trabrennbahnareal könnten weit mehr als 500 Wohneinheiten entstehen. Ein solches Potenzial gebe es an keiner anderen Stelle der Stadt. Fest stehe, dass diese Wohnungen dringend gebraucht würden. Wenn die Stadt die Nachfrage nach bezahlbaren und barrierefreien Mietwohnungen nicht befriedige, werde Dinslaken auf absehbare Zeit für viel weniger Menschen Heimat sein können.

Politik müsse die Realität wahrnehmen und die Überlegungen für die Zukunft darauf ausrichten. Diejenigen, die der CDU-Fraktion vorwerfen, dass sie dem Rennverein den Garaus machen wolle, sollten sich fragen, wann sie den letzten Renntag auf der Trabrennbahn besucht haben. In früheren Zeiten habe die Trabrennbahn den Namen der Stadt bekannt gemacht. Diese Zeiten seien vorbei. Nun gelte es, einen neuen Aufbruch zu wagen.

Quelle: RP
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