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Dinslaken
Trabrennbahn: Ein Treff für Promis

Dinslaken. Für die ZDF-Show "Nase vorn" waren in den 1980er Jahren immer wieder Stars auf der Trabrennbahn zu Gast. Daran erinnert sich Theo Lettgen, der Vorsitzende des Niederrheinischen Trabrennvereins, noch heute gerne zurück.

Ingrid Steeger, Howard Carpendale, Carolin Reiber, Uli Stielike, Paul Breitner, Roy Black und viele mehr: Ende der 1980er-Jahre tummelte sich die Prominenz auf der Trabrennbahn. Sie alle waren Kandidaten in der ZDF-Show "Nase vorn", fünf Mal wurde die Außenwette 1989 in Dinslaken gedreht. Die Samstagabend-Fernsehshow, die zwischen 1988 und 1990 ausgestrahlt und von Frank Elstner moderiert wurde, bestand unter anderem daraus, dass die Kandidaten Wettbewerbe austrugen.

Da bot sich die bekannte Trabrennbahn als Kulisse an. "Die Promis mussten bei uns ein Trabrennen fahren", erzählt Theo Lettgen, Vorsitzender des Niederrheinischen Trabrennvereins und damals bei allen Sendungen dabei.

"Jede Show war live, da konnte eine ganze Menge schief gehen", so der 67-Jährige. Er sei währenddessen immer recht angespannt gewesen. "Im Prinzip waren das ja Laien, die diese Rennen bestritten", erklärt Lettgen. "Ich war froh, dass sich weder Pferd noch Mensch verletzten." Man habe auf erfahrene Tiere mit hoher Gewinnsumme gesetzt. "Die blieben fast von selbst in der Spur und wussten, wie so ein Rennen abläuft, auch wenn sie mal nicht von Profis gelenkt wurden", so Lettgen.

Am Morgen vor der Sendung wurden die Promis von ihrem Hotel, dem Steigenberger Hof in Duisburg, abgeholt und nach Dinslaken gebracht, damit sie den Ablauf üben konnten. "Einige von ihnen hatten noch nie auf einem Sulky gesessen und hatten auch sonst keine Ahnung von Pferden", erzählt Lettgen. Dann wurde am Morgen zwei Stunden lang trainiert. Meist habe man einen Sulky Longshaft verwendet, der für Laien eher geeignet ist. "Die Sicherheitsversion", wie Lettgen es nennt.

Ein paar der Kandidaten seien jedoch durchaus erfahren gewesen. "Rosi Mittermaier kannte sich ein wenig aus. Und Liselotte Pulver war Amateur-Rennreiterin, das ging also reibungslos über die Bühne", meint Lettgen. Gunter Sachs gewann mit dem Pferd San Domingo ein Rennen, der Playboy habe ein Auge für gute Pferde gehabt.

Im Pressezimmer der Trabrennbahn hängen noch heute einige Plakate mit Fotos der Kandidaten rund um das Nashörnchen, das Maskottchen von "Nase vorn" war. Über 1000 Meter ging das Rennen, Lettgen fuhr im Rennleitungswagen mit und behielt den Überblick. "Per Walkie-Talkie war ich mit dem Regisseur verbunden", erzählt der Vorsitzende. "Mir hat das Ganze großen Spaß gemacht." Am Ende entschied das Studiopublikum, welcher der Promis die "Nase vorn" hatte. Die Anrufer kamen durch Rubbellose mit der Telefonnummer in die Sendung. Kommentiert wurden die Rennen von Werner Hansch, der kurze Zeit später Reporter bei der Sportschau wurde.

3000 bis 4000 Zuschauer waren pro Aufnahme vor Ort, um zu sehen, "wie sich die acht Gespanne über die Bahn bewegten", berichtet Lettgen. Das ZDF sei sehr zufrieden gewesen. "Nach den Shows standen wir oft noch alle zusammen und ließen den Abend ausklingen." Gar nicht zufrieden mit "Nase vorn" war jedoch das Publikum vor den Fernsehbildschirmen. Schon zwei Jahre nach der ersten Show war aufgrund schlechter Einschaltquoten Schluss.

Als Grund wurden die häufigen Änderungen der Spielregeln angeführt, die die Zuschauer als verwirrend empfanden. Die Sendung galt als größter Misserfolg von Moderator Frank Elstner, der zuvor mit Formaten wie "Die Montagsmaler" und "Wetten dass...?" großen Erfolg gehabt hatte.

(ahe)
 
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