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Dinslaken
Trinkwasser ist nun wieder keimfrei

Dinslaken. Proben hatten in geringer Konzentration coliforme Bakterien ergeben.

Der Geruch ist unverkennbar, der Geschmack hat sich verändert und "empfindliche Menschen können mit Reizungen der Haut oder der Schleimhäute reagieren", erklärt Dr. Martin Binder, Leiter des Kreisgesundheitsamtes. Dem Trinkwasser in Dinslaken wird derzeit Chlor beigemischt. "Die unerwünschte Wirkung", sagt Binder, "ist billigend in Kauf zu nehmen, damit keine Gefährdung entsteht." Denn Grund für die Chlorung war der Nachweis von coliformen Bakterien in einer Wasserprobe am 7. Juni.

"In geringer Konzentration" seien diese Bakterien festgestellt worden, betont Binder. "Das ist nichts Dramatisches, überhaupt nicht", versichert er, um außerdem deutlich zu machen: "Escherichia coli", das bekannte Kolibakterium, das im Darmtrakt von Menschen und Tieren vorkommt, "ist es definitiv nicht." Es handele sich stattdessen um einen weit verbreiteten Umweltkeim, der nur ein Indikator dafür sei, dass eine "gewisse Verunreinigung vorliegt, wobei man nicht genau weiß, woraus sie besteht".

Die Stadtwerke Dinslaken stellen eine Verbindung zwischen dem Starkregen Anfang Juni und dem Nachweis der Keime im Rahmen der regelmäßigen Kontrolluntersuchungen her. Sofort habe man den Fachdienst Gesundheitswesen des Kreises darüber informiert, der die Chlorung dann anordnete. Danach seien zunächst täglich, seit dieser Woche dann im Abstand von zwei Tagen Proben gezogen worden.

Die gute Nachricht: "Die Beimischung des Chlordioxids zeigt Wirkung", heißt es bei den Stadtwerken, es können inzwischen keine Keime mehr nachgewiesen werden. Um eine mögliche Neubildung zu vermeiden, wird dem Trinkwasser allerdings noch bis voraussichtlich Anfang nächster Woche Chlor beigemischt. "Das ist ein gängiges Verfahren der Wasserwerke", ordnet Dr. Martin Binder die Chlorung in Dinslaken ein. "Knapp zehn Prozent der Wasserwerke chloren sogar vorsorglich", selbst ohne Nachweis von Keimen, aber nicht die im Kreis Wesel, erläutert der Leiter des Fachdienstes. "Und wenn man in andere Länder reist, zum Beispiel in die USA, bekommt man ganz andere Konzentrationen mit", sagt Binder.

Das Wasserwerk Bucholtwelmen, das Voerde und Hünxe mit Trinkwasser versorgt, musste auch nach den starken Regenfällen der letzten Wochen nicht chloren, da keine Belastung durch Keime festgestellt wurde, erklärte der zuständige Wassermeister.

(za)
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